FFH gibt Widerstand gegen DAB plus auf

Mittwoch, 11. Mai 2011
FFH-Chef Hillmoth will zwei Sender auf DAB plus starten
FFH-Chef Hillmoth will zwei Sender auf DAB plus starten

Vergangene Woche hat die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) die Bewerber für den ersten regionalen DAB-plus-Multiplex bekannt gegeben. Vor allem ein Teilnehmer an der Ausschreibung überrascht: die Radio/Tele FFH-Gruppe. Geschäftsführer Hans-Dieter Hillmoth war in der Vergangenheit als einer der härtesten Gegener des neuen digitalen Übertragungsstandards DAB plus aufgetreten. Zur jetzigen Bewerbung möchte sich die Gruppe, zu der der hessische private Marktführer FFH gehört, derzeit nicht äußern. An der Ausschreibung um den nationalen Multiplex hatte sich Radio/Tele FFH nicht beteiligt. Dort werden zum 1. August 2011 voraussichtlich 13 Sender on Air gehen. Die Landesmedienanstalten ziehen nun mit dem Ziel nach, ungefähr zeitgleich auch die regionalen Multiplexe zu starten. Technisch können über die zwei Senderstandorte in Hessen rund 3,6 Haushalte in Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern erreicht werden. Die Ausschreibung startete im April 2011 und soll bis zum Sommer entschieden werden.

Der Aufbau des DAB-plus-Netzes wird insgesamt einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag kosten. Es ist bereits der zweite Anlauf für Digitalradio in Deutschland. Vor anderthalb Jahren hatte Hillmoth im HORIZONT-Interview dazu aufgerufen, das Projekt zu stoppen. "Es ist noch nicht zu spät, sich an einen Tisch zu setzen und offen darüber zu sprechen, ob dieser Standard noch Sinn macht. Wollen wir alle Geld versenken?", sagte er seinerzeit.

Das Problem von DAB plus ist die mangelnde Verbreitung von Endgeräten. Während rund 300 Millionen UKW-Empfänger in deutschen Haushalten genutzt werden, gibt es DAB-plus-Geräte bislang noch nicht mal im Handel. Die Sender müssen sich daher darauf einstellen, vorerst zu senden, ohne nennenswerte Hörerzahlen damit aufzubauen. Die Refinanzierung der Kosten über den Werbemarkt ist damit zumindest zum Start nicht gegeben. Die Programmbetreiber müssen daher einen lange Atem mitbringen.

Laut LPR Hessen reichen die Kapazitäten für alle acht Antragsteller. Die Medienanstalt prüft nun, ob die rundfunkrechtlichen Zulassungs- und Zuweisungsvoraussetzungen erfüllt sind. Radio / Tele FFH möchte die Sender Hit-Radio FFH und FFH-Seasons betreiben. Frankfurt Business Radio will Energy Rhein-Mein digital verbreiten. Seit 2010 sendet das Programm bereits im Großraum Frankfurt, würde die Verbreitung jedoch gerne steigern. Energy ist auch im nationalen Multiplex vertreten und macht sich für Digitalradio stark. Weitere Bewerber sind: Main-Hessen Media mit Radio Fortuna, die Internationale Christliche Rundfunkgemeinschaft mit Radio Horeb, Radio  Bob, die Neue Welle Rundfunk-Verwaltungsgesellschaft mit Absolut relax sowie Media Broadcast. Media Brodacast ist für den Aufbau der Mulitplexe zuständig und will eine Datacast-Plattform im hessischen Multiplex betreiben. pap
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