"FAZ" reagiert mit Sparkurs auf Umsatzrückgang

Dienstag, 09. Juni 2009
"Neue Erlösquellen sind notwendig": FAZ-Geschäftsführer Tobias Trevisan
"Neue Erlösquellen sind notwendig": FAZ-Geschäftsführer Tobias Trevisan

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) will mit einem strikten Sparkurs auf den anhaltenden Anzeigenrückgang reagieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gingen die Umsatzerlöse der FAZ GmbH um 4,9 Prozent auf 307,9 Millionen Euro zurück. Der starke konjunkturelle Einbruch in Deutschland als Folge der Weltwirtschaftskrise treffe die Verlagsbranche mit voller Wucht, teilte die Geschäftsführung des Verlags auf der Gesellschafterversammlung am Montag in Frankfurt mit. Als Marktführer im Stellenmarkt für Fach- und Führungskräfte sei die "FAZ" vom Einbruch bei den Stellen- und Finanzanzeigen "empfindlich getroffen" worden. Die Werbeumsätze sind um 11,2 Prozent eingebrochen. Durch gestiegene Vertriebserlöse in Höhe von 5,1 Prozent konnte das Minus zumindest zum Teil aufgefangen werden.

Die Auflagen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sind gestiegen. Die verkaufte  Auflage der "FAZ" legte um 5000 Exemplare auf knapp 370.000 Stück zu, die Auflage der "FAS" stieg um 19.000 auf 340.000 Exemplare.

Unter dem Strich steht ein Umsatzrückgang von 4,9 Prozent auf 307,9 Millionen Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit für das Geschäftsjahr 2008 liegt bei 21,7 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss liegt bei 20,6 Millionen Euro. Man werde mit "strikter Kostenkontrolle und weiteren Sparmaßnahmen" auf den fortgesetzten Anzeigenrückgang reagieren.

Die Verlagsbranche befinde sich in einem strukturellen Wandel, der mit Kostensenkungen allein nicht zu meistern sei, sagte Tobias Trevisan, Sprecher der Geschäftsführung der FAZ. Um eine stabile Entwicklung zu gewährleisten, seien daher zusätzliche Erlösquellen notwendig. Die FAZ setze daher auf eine "klare Markenstrategie". Neben der "FAZ" und der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" soll daher das Online-Angebot FAZ.net als drittes Standbein "zu einem profitablen Online-Geschäft" entwickelt werden. Dabei will sich die FAZ vor allem auf Themenportale wie FAZfinance.net konzentrieren. dh
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