FAZ-Entscheidung brüskiert die Magazin-Partner

Freitag, 11. Juni 1999
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FAZ Bernd Schorer Frankfurt Verlagsbereich Anzeigenkombi SZ


Die am Freitag auch auf der Titelseite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung offiziell annoncierte Einstellung des FAZ-Magazins hat nicht nur die eigene Redaktion überrascht, sondern auch die Geschäftspartner, mit denen die Zeitung in diesem Verlagsbereich zusammenarbeitete. Der Geschäftsführer des Magazin-Teams Media-Marketing, Bernd Schorer, der die gemeinsame Anzeigenkombi für die beiden Freitags-Supplements FAZ- und SZ-Magazin betreut, meinte: "Wir sind erst am Donnerstag um 11 Uhr 30 von einem FAZ-Gesellschafter über die Entscheidung informiert worden, daß das FAZ-Magazin eingestellt wird. Daraufhin haben wir wiederum die ,Süddeutsche Zeitung' informiert, die davon ebenfalls noch nichts wußte. Die Art und Weise, wie die FAZ mit ihrem Vertragspartner ,Süddeutsche Zeitung' hier umgegangen ist, ist von einer Niveaulosigkeit, wie sie mir in 15 Jahren Verlagsgeschäft noch nicht untergekommen ist." Auch der von der Zeitung angeführte Einstellungsgrund überzeugt den Geschäftsführer nicht: "Die offiziellen Gründe haben meines Erachtens nur eine Alibi-Funktion, um überhaupt etwas zur Einstellung sagen zu können. Ich denke: Es war die einsame Entscheidung einer einzelnen Person und damit ist letztlich bereits alles gesagt", so Bernd Schorer. Auch bei der "Süddeutschen Zeitung" zeigte man sich in hohem Maß verärgert. "Die von der FAZ GmbH als unserem Mitgesellschafter der gemeinsamen Vermarktungsgesellschaft für das FAZ- und SZ-Magazin in Frankfurt gewählte Vorgehensweise ist vertraglich nicht korrekt. Wir werden jetzt alles tun, um Schaden vom SZ-Magazin und der ,Süddeutschen Zeitung' abzuwenden."
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