Exklusivstudie: Bezahlschranke bei Regionalzeitungen wird kommen

Donnerstag, 28. Juni 2012
"Nur vier Objekte haben echte Paid-Content-Modelle": Rolf-Dieter Lafrenz
"Nur vier Objekte haben echte Paid-Content-Modelle": Rolf-Dieter Lafrenz


Strategien im Digital Publishing

#CHB+62860#
Das war ein ganz schönes Brett, das Rolf-Dieter Lafrenz, Geschäftsführer der Schickler Unternehmensberatung, Anfang dieser Woche auf dem 1. Deutschen Zeitungsgipfel präsentierte. Laut einer exklusiv mit HORIZONT durchgeführten Studie gehen satte 92 Prozent der befragten Geschäftsführer deutscher Regionalverlage davon aus, dass sich Paid Content in ihrem Business durchsetzen wird. HORIZONT.NET präsentiert die Charts zur Studie.
  Allerdings: Bislang klafft zwischen Vision und Wirklichkeit noch eine große Lücke. Lafrenz: „Von den in der Studie untersuchten Top-30-Regionalzeitungen haben derzeit gerade einmal vier Verlagsobjekte echte Paid-Content-Modelle, die über ein E-Paper-Angebot oder iPad Angebot nennenswert hinausgehen." Ansonsten herrscht im World Wide Web auch bei den regionalen Zeitungsanbietern nach wie vor die Devise: Alles gratis.

Regionalverlage: Hürden zur Umsetzung von Digitalstrategien

#CHB+62862#
Eine teure Strategie, die dazu führt, dass das Digitalgeschäft aktuell gerade mal ein Prozent zum Umsatz der befragten Verlage beiträgt. Der Anteil soll zwar in den nächsten drei Jahren immerhin auf 6,1 Prozent steigen, doch derzeit geben 69 Prozent der Verlagsmanager an, ihre Kosten für Digital Publishing nicht decken zu können. Unter Einbeziehung aller redaktionellen Personalkosten sind es sogar 100 Prozent.

Immerhin: Die Einsicht in die Notwendigkeit nach Veränderung ist gegeben. 90 Prozent der regionalen Verlagsmanager sehen Online inzwischen als echte Alternative zu Print, 77 Prozent wollen auch die lokalen Inhalte komplett digital bereit stellen und 53 Prozent sprechen für ihr Haus sogar von einer redaktionellen „Online first"-Strategie.

Paid Content: Werden sich Bezahlinhalte bei Tageszeitungen durchsetzen?

#CHB+62864#
Umso überraschender, dass sich trotz aller digitalen Pläne die Performance der einzelnen Web-Auftritte massiv unterscheidet. In Korrelation zur verkauften Printauflage zeigt die Studie echte High- und Underperformer bei den generierten Unique Usern. So kommt mit dem „Hamburger Abendblatt" ausgerechnet ein Paid-Content-Nutzer mit durchschnittlich 17 Unique Usern pro verkauftem Printexemplar auf einen Spitzenwert. Die meisten Regionalzeitungen aber dümpeln noch bei deutlich unterdurchschnittlichen Werten vor sich hin. as

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