Exklusiv: IQ streicht 30 Stellen / Marianne Dölz zu den Umbauarbeiten beim Holtbrinck-Vermarkter

Donnerstag, 26. November 2009
IQ-Chefin Dölz streicht 30 Stellen
IQ-Chefin Dölz streicht 30 Stellen

Der Düsseldorfer Vermarkter IQ Media Marketing baut um und etabliert Branchenteams, die den Kunden spezielle Angebote schnüren sollen. Es ist einer der ersten großen Schritte, die Marianne Dölz, seit Oktober Sprecherin der Geschäftsführung, vollzieht. Damit entsteht unter der Regie von Heike Fortmann-Weyers eine dritte Linie neben den Agenturkontakten, um die sich Bernd Picker kümmert, und dem Mandantengeschäft, für das Gerrit Rabenstein zuständig ist. Im Interview mit HORIZONT.NET erklärt Marianne Dölz die Hintergründe, auch für den Abbau von 30 Stellen.

Warum bauen Sie um? Welche Defizite hatte die bisherige Struktur?

Marianne Dölz: Hintergrund sind nicht Defizite in der bestehenden Struktur. Hintergrund sind vielmehr die stark veränderten Bedingungen unseres Marktes - also sinkende Werbeaufwendungen bei allen Medien, starker Kampf um Marktanteile, hoher Druck auf Rabatte durch Agenturen, Kunden, die Lösungen suchen und nicht allein 1/1 Seiten - auf die wir reagieren. Deswegen bringen wir mehr PS in den Sales, gehen wir stärker in den Bereich Konzept und werden Schwerpunkte in der Forschung setzen. Aus meiner Sicht ist das die richtige Antwort auf die Entwicklungen in unserem Marktumfeld.

Die Branchenteams sollen spezielle Kommunikationskonzepte für Werbungtreibende und Agenturen entwickeln. Weiterhin wird es unter der Führung von Bernd Picker ein Team geben, das sich um die Betreuung der Agenturen kümmert, und unter der Leitung von Gerrit Rabenstein ein Team, das die Mandanten betreut. Birgt diese Struktur nicht die Gefahr, dass es zu Überschneidungen der Zuständigkeitsbereiche kommt und damit Konflikte entstehen?

Dölz: Aus meiner Sicht nein. Natürlich ist es wichtig, dass relevante Informationen schnell ausgetauscht werden, das ist aber auch in der aktuellen Struktur der Fall, wenn zum Beispiel Firmensitz des Kunden und der betreuenden Agentur an zwei Standorten sind. Beispiel VW: Der Kunde wird betreut im Verkaufsbüro Hamburg, die Agentur im Verkaufsbüro Düsseldorf - da müssen sich auch heute die Kollegen austauschen. Insofern ändert sich nichts. Ganz abgesehen davon: Alle drei berichten direkt an mich, und wir werden gemeinsam im Team die Themen besprechen, uns gegenseitig inspirieren und sinnvolle Dinge umsetzen. Wir arbeiten alle am selben Ziel. Dafür ist jeder der drei ausgesprochen wichtig, und ich schätze jeden der drei gleichermaßen. Herr Rabenstein, Herr Picker und Frau Fortmann-Weyers stehen nicht miteinander im Wettbewerb, sondern wir alle gemeinsam stehen im Wettbewerb mit dem Markt.

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Ein Porträt von Marianne Dölz lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 48/2009 vom 26. November 2009.

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Wie viel Personal hat IQ in diesem Jahr abgebaut? Soll die neue Struktur auch dazu dienen, weitere Stellenkürzungen vorzunehmen?

Dölz:  Über die Vergangenheit möchte ich nichts sagen, ich bin seit acht Wochen hier und schaue nach vorne. Was die aktuelle Struktur angeht: Ja wir bauen auch ab, insgesamt circa 30 Leute. Die Printumsätze gehen signifikant zurück, nach meiner Einschätzung auch im nächsten Jahr, und wir können nicht so tun, als wäre das nicht so. Insofern haben wir die Quadratur des Kreises versucht, weil wir ja parallel mehr PS in den Sales bringen wollen. Unsere Methode für diese schwierige Aufgabe war: Konzentration auf die Essenz einer Sales-Organisation, auf das Wesentliche. Wir werden also deutlich an Administration und Reporting abbauen, Schnittstellen reduzieren und durch die Einführung moderner Software-Lösungen effizientere Prozesse einführen. Wir werden ferner kaufmännische Dinge, die auch innerhalb der VHB erledigt werden und somit gedoppelt wurden, wieder in die VHB integrieren. Und einige Dinge, die sich über die Jahre entwíckelt haben, haben wir auf den Prüfstand gestellt, ob wir sie wirklich brauchen oder ob man sie inzwischen deutlich effizienter machen kann. Wenn man sich erstmal fragt: Was ist die Essenz für den Verkauf, findet man Potential. Das heißt nicht, dass diese Veränderung nicht schwierig und auch schmerzlich wäre. Aber sie ist unabdingbar. Da wir in Richtung Sales unsere Kapazitäten jedoch ausbauen, rechne ich fest damit, dass wir durch die neue Ausrichtung in der Struktur viele Arbeitsplätze auf Dauer sichern, die ohne einen solchen Einschnitt verloren gehen würden.

Marianne Dölz: Die Printumsätze gehen signifikant zurück, nach meiner Einschätzung auch im nächsten Jahr, und wir können nicht so tun, als wäre das nicht so.“
Einige andere Vermarkter richten ihre Struktur nach den Mediadienstleistern aus. Warum gehen Sie nun mit den Branchenteams den entgegengesetzten Weg?

Dölz: Wer sind Mediadienstleister? Meinen Sie Mediaagenturen?

Genau.

Dölz: Aus meiner Sicht gehen wir nicht den entgegengesetzten Weg, wir fokussieren ja an den Agenturstandorten auf die Agenturen und werden diese mindestens ebenso kompetent weiter betreuen wie bisher. Wir verfolgen mit den Branchenteams das Ziel, Lösungen anzubieten, die viel mehr als früher an den eigentlichen Kommunikationsanlässen und -zielsetzungen ansetzen und somit besser brauchbar sind, weil wir die Branchen besser kennen. Das sollte für Agenturen eine gute Nachricht sein, wenn ich mir nochmal vergegenwärtige, was ich bei Initiative von den Vermarktern an Lösungen gesehen habe. Das hatte eine recht unterschiedliche Qualität. Interview: bn
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