Ex-VDZ-Chef Wolfgang Fürstner berät Deutsche Post und Axel Springer

Freitag, 17. Februar 2012
Wolfgang Fürstner hat zwei neue Jobs an Land gezogen
Wolfgang Fürstner hat zwei neue Jobs an Land gezogen


Zwei Beraterverträge des ehemaligen VDZ-Chefs Wolfgang Fürstner sorgen für Irritationen. Der 67-Jährige ehemalige Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger berät künftig sowohl die Deutsche Post als auch den Medienkonzern Axel Springer, berichtet das "Manager Magazin". Einen Interessenskonflikt mag Fürstner indes nicht erkennen. Bei der Post berät Fürstner Briefvorstand Jürgen Gerdes, der unter anderem die umstrittende Postwurfsendung "Einkauf Aktuell" verantwortet. Für kolportierte 10.000 Euro im Monat soll der ehemalige Cheflobbyist der deutschen Zeitschriftenverlage nun für die Post "die Kontakte zu Verlagen intensivieren". Was sein Auftrag genau beinhaltet, steht offenbar noch nicht fest: "Das fängt ja jetzt gerade erst an. Ich bin noch nagelneu in dem Geschäft", zitiert das "Manager Magazin" Fürstner.

Das Engagement des ehemaligen VDZ-Chefs für die Post ist pikant. Mit der Postwurfsendung "Einkauf Aktuell" konkurriert der gelbe Riese mit den Verlagen seit einigen Jahren um Anzeigengelder. "Die Eroberung von Werbegeldern steht für uns ganz weit oben", hatte Post-Vorstand Gerdes 2008 angekündigt. Erst im Dezember war der VDZ vor dem Bundesgerichtshof mit einer Klage gegen "Einkauf Aktuell" gescheitert, die in der Amtszeit Fürstners durch alle Instanzen getragen wurde. "Es geht nicht darum, der Post zu einem Geschäft zu vehelfen, das gegen dasjenige der Verlage steht", versichert Fürstner. "Da wäre ich ja auch besoffen, wenn ich das täte."

Konfliktpotenzial birgt auch ein weiterer Job von Fürstner: Der 67-Jährige berät auch den Cheflobbyisten von Axel Springer, Christoph Keese. Dabei gehe es darum, "an dem Thema 'Neue Medienordnung' ein bisschen mitzuarbeiten". Zur Erinnerung: Axel Springer hatte noch vor nicht allzu langer Zeit noch versucht, mit der Pin Group ebenfalls in das Briefgeschäft einzusteigen. Doch die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns für die Branche machten alle Hoffnungen auf ein neues Wachstumsgeschäft zunichte, die Pin Group musste Insolvenz anmelden. Das Verhältnis der Verlage und der Deutschen Post ist spannungsreich. Wolfgang Fürstner wird aufpassen müssen, dass er nicht am Ende zwischen den Stühlen landet. dh
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