Ex-"Spiegel"-Chef Aust: "Ich war heilfroh, dass ich da raus war"

Donnerstag, 09. Juni 2011
Für Aust ist sein Nachfolger Mascolo der Richtige
Für Aust ist sein Nachfolger Mascolo der Richtige

Wenige Journalisten haben die politische Berichterstattung so geprägt, wie Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust. 2008 hatte er Deutschlands größtes Nachrichtenmagazin im Unfrieden verlassen. Im Interview mit "GQ" blickt Aust anlässlich seines 65. Geburtstages zurück - und findet wie gewohnt klare Worte, auch für seine "Spiegel"-Zeit: Die Aufgabe sei reizvoll und spannend gewesen, "zum Schluss etwas unerfreulich, man hätte meinen Abgang auch eleganter lösen können. Aber am Ende war ich heilfroh, dass ich da raus war", sagt der Pferdezüchter und jetzige Miteigentümer von N24 dem Männermagazin. Der aktuelle Chefredakteur Georg Mascolo, den Aust persönlich zu Spiegel TV und später zum "Spiegel" geholt hatte, wäre auch sein Wunschkandidat für seine Nachfolge beim Magazin gewesen. Mascolo hatte das Zepter gemeinsam mit Spiegel-Online-Chefredakteur Matthias Müller von Blumencron übernommen. Mittlerweile ist die Doppelspitze wieder aufgelöst; Mascolo verantwortet das Blatt alleine. "Die Chance, die er jetzt hat, hat er verdient", sagt Aust. "Doppelspitzen funktionieren meistens nicht richtig. Einer muss die Verantwortung tragen, sonst gibt es ein ewiges Hin und Her." pap
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