Ex-Futurebrand-Chef Günter Sendlmeier macht sich mit Brandtouch selbständig

Mittwoch, 20. April 2011
Will's nochmal wissen: Günter Sendlmeier
Will's nochmal wissen: Günter Sendlmeier

Wie bereits vermutet, macht sich Günter Sendlmeier, bis dato Chef der McCann-Designtochter Futurebrand, in Hamburg selbständig. Ein kompletter Neustart wird es jedoch nicht. Denn der jüngere Brüder von McCann-CEO Helmut Sendlmeier übernimmt im Zuge eines Asset Deals Kernbestandteile der Agentur. Dazu gehört neben einigen Mitarbeitern und dem Mobiliar auch, „dass ich für alle bisher betreuten Kunden weiterarbeiten kann", sagt Sendlmeier. Da es sich in erster Linie um Projektkunden handelt, dürfte der ökonomische Verlust für die deutsche McCann-Gruppe überschaubar bleiben. Offenbar gab es dort ohnehin das Bestreben, im Zuge des Umbaus einen Schnitt bei Futurebrand zu machen.

Sendlmeiers neue (alte) Firma, die mit sechs Mitarbeitern startet, heißt Brandtouch. Zum Leistungskatalog gehört das klassische Angebot einer Branding- und Designagentur. Zudem will Sendlmeier „in Bereiche vorstoßen, die jenseits des normalen Pflichtprogramms liegen". So schwebt dem langjährigen Werber (McCann, Ogilvy, Y&R) vor, Kommunikations- und Industriedesign enger miteinander zu verzahnen, wie jüngst bei Projekten für Osram und Philip Morris.

Zu den Kunden, für die er mit Brandtouch (weiter)arbeiten wird, gehören die Otto Group, verschiedene Stiftungen, Martini und Frankonia. Darüber hinaus gibt es neue Kunden wie den Online-Sportwettenanbieter Bet 3000. Für eine Übergangszeit wird Brandtouch in den Büroräumen von Futurebrand unter dem Dach von McCann-Erickson in Hamburg bleiben. Die Werbeagentur hat zuletzt mehrere Kunden verloren und befindet sich derzeit im Umbau. Neuer Standortchef ist John Kriwet.

Wie es mit Futurebrand in Hamburg weitergeht, ist noch nicht ganz klar. Der weltweite CEO der Interpublic-Tochter Patrick Smith betont, dass man im deutschen Markt präsent bleiben will. Die Leitung des Büros übernimmt laut Smith Susanna Bellandi, die bisher für die Interpublic-Tochter in Italien und Frankreich gearbeitet hat. mam

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT 16/2011 vom 21. April 2011
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