Ex-"FTD"-Chef Steffen Klusmann soll Vize beim "Stern" werden

Freitag, 15. Februar 2013
Steffen Klusmann bleibt bei G+J und wird Vize beim "Stern"
Steffen Klusmann bleibt bei G+J und wird Vize beim "Stern"


Weiter unterm grünen Gruner-Dach: Steffen Klusmann, bis Ende vergangenen Jahres oberster Chefredakteur der mittlerweile weitgehend eingestellten ("FTD") oder verkauften ("Börse Online", "Impulse") G+J-Wirtschaftsmedien, wird wohl stellvertretender Chefredakteur des "Stern". Dies erfuhr HORIZONT.NET aus Verlagskreisen. Den Informationen zufolge will sich Dominik Wichmann, seit Mitte Januar (neben Thomas Osterkorn und Andreas Petzold) dritter Chefredakteur des Wochenmagazins, ab Mai - dann wechseln Osterkorn und Petzold auf Herausgeberposten - offenbar bis zu drei Stellvertreter an die Seite holen. Kein Wunder: Alleine dürften Repräsentationsaufgaben, Konzeptionsarbeit und die Produktionsmaschinerie beim "Stern" in Print und Online kaum zu steuern sein, zumal, wie berichtet, massive Umbauarbeiten in der Redaktion anstehen. Und Hans-Ulrich Jörges, der als Mitglied der Chefredaktion firmiert, tritt vorwiegend als wöchentlicher Kolumnist und TV-Talkgast auf.

Einer von den bis zu drei „Stern"-Stellvertretern - auch eine Frau will Wichmann offenbar in dieser Riege verpflichten - soll Klusmann werden. Eine „Stern"-Sprecherin wollte das nicht kommentieren; Klusmann selber war nicht zu erreichen. Bekannt ist, dass der 46-Jährige als Chefredakteur derzeit noch ein paar Ausgaben des bei G+J verbliebenen Wirtschaftsmagazins „Capital" produziert, bevor er den Monatstitel in die Hände seines früheren „FTD"-Ressortleiters Horst von Buttlar übergibt, der „Capital" neu ausrichten soll.

Klusmann gilt als erfahrener Magazinmann - und als einer, der lieber an der Recherchefront und am Produktionstisch arbeitet als auf öffentlichen Bühnen steht. Insofern könnte er als Vize die Wirtschafts- und Nachrichtenkompetenz des „Stern" stärken, ohne verdächtigt zu werden, sich neben die Nummer Eins Wichmann und Außenminister Jörges ins Rampenlicht drängen zu wollen. Klusmann wurde nach einem Volontariat an der Holtzbrinck-Schule Redakteur bei der „Wirtschaftswoche". 1996 wechselte er zum „Manager Magazin" und 1999 ins Entwicklungsteam der „FTD", wo er dann das Agenda-Ressort leitete. 2003 kehrte er als Vize zum „Manager Magazin" zurück - um nach nur einem Jahr wiederum zur „FTD" zu gehen, nun als Chefredakteur. Im April 2009 wurde Klusmann nach der Redaktionsfusion der vier G+J-Wirtschaftstitel zudem „Capital"-Chef und Sprecher des Chefredakteurskollegiums.

Während Klusmann nach dem weitgehenden Aus der G+J-Wirtschaftsmedien und seinem Entschluss, "Capital" zu verlassen, offenbar weich landet, kämpft das Gros der entlassenen Mannschaft weiter um möglichst hohe Abfindungen. rp
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