Euro-Kampagne: Bundesregierung und Zentralbank investierten 280000 Euro in Onlinewerbung

Mittwoch, 23. Januar 2002

Die Online-Werbung für den Euro war ein wichtiges Instrument für den erfolgreichen Start der neuen Währung in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt das Hamburger Marktforschungsinstitut Digitale Hanse, das die verschiedenen Web-Kampagnen zur Währungseinführung unter die Lupe genommen hat.

Das Ergebnis: Die Europäische Zentralbank (EZB) investierte 71000 Euro in ihre Kampagne, die Bundesregierung ließ sich ihre Kampagne brutto bis zu 210000 Euro kosten. Dabei schaltete die Bundesregierung im gesamten Jahr 2001 insgesamt 35 Kampagnen-Motive auf gut 100 Websites und erzielte damit rund 40 Millionen Kontakte. Die Kampagne war vor allem auf Sites wie T-Online, auf den Web-Angeboten von TV-Sendern wie RTL und Sat 1 sowie den Online-Ablegern von Printtiteln wie "Stern" und "Bild" zu sehen.

Die EZB war mit sieben Kampagnen-Motiven von März bis Juni 2001 auf insgesamt 32 Web-Angeboten präsent und kam auf 4,4 Millionen Kontakte. Hier standen unter anderem die Werbeträger ZDF.de, Lebensmittelzeitung Online, Finanztreff.de und Focus.de im Mittelpunkt.

Laut Digitale Hanse war die Kampagne der EZB effektiver als die der Bundesregierung. Diese habe die insgesamt 35 Claims ungenügend aufeinander abgestimmt, so der Vorwurf. "Einen Anreiz zur Interaktivität oder eine klare Botschaft läßt die Kampagne vermissen", präzisiert Andreas Sappelt, Geschäftsführer der Digitalen Hanse. Die Kampagne der EZB habe hingegen eine klare Botschaft vermittelt und durch eine effektive Informationsarbeit die Einführung der neuen Währung unterstützt, bilanzieren die Marktforscher.
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