Etappensieg für Bettina Wulff: Google löscht acht Suchergebnisse

Montag, 05. November 2012
Noch schlägt Googles Autocomplete-Funktion Begriffe vor, gegen die Bettina Wulff vorgeht
Noch schlägt Googles Autocomplete-Funktion Begriffe vor, gegen die Bettina Wulff vorgeht


Teilerfolg für Bettina Wulff: Google hat genau acht Suchergebnisse gelöscht, die in Zusammenhang mit rechtswidrigen Tatsachenbehauptungen über die Ehefrau von Ex-Bundespräsident Christian Wulff stehen. Sie hatte im September unter anderem gegen Google geklagt, um Gerüchten und Denunziationen über ihr angebliches Vorleben im Rotlichtmilieu einen Riegel vorzuschieben. Die Inhalte seien bereits vor Wochen gelöscht worden, sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck gegenüber "Spiegel Online". Drei der gelöschten Einträge stammten von dem umstrittenen Portal Kreuz.net, das immer wieder mit diskriminierenden Inhalten auffällt. Insgesamt, so Oberbeck, hätten Wulffs Anwälte die Löschung von mehreren tausend Suchergebnissen gefordert, darunter Links zum Wikipedia-Artikel über die ehemalige First Lady. Dies lehnte Google allerdings ab. "Wir löschen immer, wenn es rechtswidrige Inhalte sind", so Oberbeck.

Noch nicht eingegangen ist Google auf Wulffs Klage, mehr als 80 Begriffe aus der Autocomplete-Funktion der Suchmaschine löschen zu lassen. Damit wollte Wulff verhindern, dass ihr Name in der Google-Suche mit kompromittierenden Begriffen wie "Escort" oder "Rotlichtvergangenheit" vervollständigt wird. Oberbeck zufolge sei die Klage noch nicht bei Google eingetroffen. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, wird die Klage jedoch jetzt an die Google-Zentrale in den USA weitergeleitet.

Ob Google hierauf eingehen wird, ist jedoch fraglich. Der Suchmaschinengigant hat mehrfach darauf hingewiesen, dass die automatische Vervollständigung tatsächliche Suchvorgänge aller Nutzer widerspiegele. "Google schlägt diese Begriffe nicht selbst vor - sämtliche in Autovervollständigung angezeigten Begriffe wurden zuvor von Google-Nutzern eingegeben", hatte Oberbeck nach der Wulff-Klage gegenüber HORIZONT.NET erklärt. Das Unternehmen hatte damals keinen Handlungsbedarf gesehen. ire
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