Etappensieg: AOL begrüßt Entscheidung zu Tarifpolitik von T-Online

Donnerstag, 17. Juni 1999

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat entschieden, daß die Deutsche Telekom intern gewährte Rabatte für den Zugang zu T-Online auch an Dritte weitergeben muß. Zudem müsse der Preis für den Zugang knapp 2,6 Pfennig pro Minute betragen und allen Mitbewerbern zu diesen Konditionen angeboten werden. Der neue Preis gilt allerdings nur für Zugangsanbieter ohne eigene Infrastruktur oder eigenes Telefonnetz. Andreas Schmidt, President and CEO von AOL Europe, begrüßte die Entscheidung des Regulierers als einen ersten Schritt zu mehr Preistransparenz im Online-Markt. Die Regulierungsbehörde hatte aufgrund eines Antrages von AOL, CompuServe und der baden-württembergischen Telefongesellschaft Tesion zu entscheiden, ob das Telekom-Tochterunternehmen T-Online mit seinem neuen Tarifmodell unerlaubtes Preisdumping betreibt. Fraglich ist nun laut Schmidt, ob der Preis für die Nutzung von T-Online in Höhe von 3 Pfennigen pro Minute kostendeckend sei. "Der Regulierer hat klargemacht, daß die Kosten für die Nutzung des Internet-Backbones der Telekom nicht in den Zugangskosten von 2,6 Pfennig enthalten sind." Weiterhin sei offen, ob T-Online für 3 Pfennig einen kompletten Internet-Service betreiben könne. Es sei nun Aufgabe der EU-Kommission, zu überprüfen, ob T-Online als marktbeherrschendes Unternehmen gegen Kartellrecht verstoße. Die Beschwerde wurde von weiteren Internet-Anbietern wie Arcor, Viag Interkom, Talkline, Debitel und Primus Online unterstützt. Schmidt: "Die jetzige Entscheidung ist dennoch ein Sieg für den Verbraucherschutz - denn auf lange Sicht wird dies für die Kunden aller Internet-Provider und Online-Dienste niedrigere Preise bedeuten."
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