Erste Show vor Publikum hievt Gottschalk wieder über die Millionenmarke

Dienstag, 20. März 2012
Thomas Gottschalk baut um - und gibt sich kämpferisch
Thomas Gottschalk baut um - und gibt sich kämpferisch


Seit gestern ist "Gottschalk Live" auch im Wortsinn eine Baustelle. Das Konzept wird überarbeitet, das Studio umdekoriert, die Redaktion musste Platz machen für rund 100 Zuschauerplätze. Thomas Gottschalk selbst präsentierte sich am Montag gelöst und kämpferisch. Und siehe da: Die Sendung übersprang mit 1,41 Millionen Zuschauern wieder locker die Millionenmarke. Das Studio war bis auf den chromglänzenden Schreibtisch und Gottschalks Stuhl leergeräumt, dafür begrüßte der Moderator gestern erstmals rund 100 Live-Gäste. "Es ist doch schöner, wenn man seinem Publikum ins Auge blickt", sagte Gottschalk. Überhaupt schien sich der Showmaster im Beisein von Publikum deutlich wohler zu fühlen als zuvor, als er in seinem "Wohnzimmer" häufig etwas verloren wirkte und immer wieder mit den Augen die Kamera suchte. Selbst das Gespräch mit "Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer und Comedian Oliver Pocher ging ihm gestern überraschend leicht von der Hand.

Pocher, neben der unregelmäßigen RTL-Quizshow "5 gegen Jauch" derzeit ohne festes TV-Engagement, bot sich sogar als Sidekick an: "Von meiner Seite steht Gottschalk & Pocher nichts im Wege. Du musst nur fragen." Gottschalk gab Pocher aber einen Korb: Er will lieber eine Frau an seiner Seite.

Ob die Änderungen der Sendung doch noch zum Erfolg verhelfen, wird sich zeigen. Gestern kletterte der Marktanteil mit 1,41 Millionen Zuschauern immerhin wieder auf 5,2 Prozent, ist damit aber immer noch weit von der Zielmarke von 10 Prozent entfernt. Gottschalk räumte gestern gegenüber verschiedenen Medien Fehler ein, gab sich aber zugleich kämpferisch. Aufgrund der schlechten Zuschauerzahlen habe sich auch bei ihm die Erkenntnis duchgesetzt: "Ich mach' was falsch", bekannte er im ARD-Magazin "Brisant". Im Interview mit dem Radiosender Bayern 3 zeigte er sich aber zuversichtlich, "Gottschalk Live" doch noch zum Erfolg zu führen. "Hertha wird wieder gewinnen, die FDP wird wieder auf drei Prozent kommen, und ich kriege meine zehn Prozent Marktanteil."

Mit den Änderungen am Konzept scheint "Gottschalk Live" zumindest auf dem richtigen Weg zu sein. Vor Publikum fühlt sich der Showmaster sichtlich wohler als in einem leeren Studio. "Das hat Dich immer ausgezeichnet", lobte Pocher die Stärke von Gottschalk in Live-Situationen. "Und zeichnet Dich immer noch aus", korrigierte er eilig. dh
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