Erst pfui, jetzt hui: General Motors mag Facebook wieder

Dienstag, 26. Juni 2012
GM-CMO Joel Ewanick war auch in Cannes
GM-CMO Joel Ewanick war auch in Cannes
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War das was? Erst hat General Motors kurz vor dem Facebook-Börsengang unter großem Getöse verkündet, Facebook-Werbung sei ineffizient. Jetzt erklärt GM-CMO Joel Ewanick, wie wichtig das Social Network für Werbungtreibende sei. Und Konkurrent Nissan launcht mit Facebook-Unterstützung 5 neue Modelle in den USA. Die Frage, ob Werbung auf Facebook wirkt, ist so ein bisschen wie Gänseblümchen-Rupfen: Sie wirkt. Sie wirkt nicht. Sie wirkt. Sie wirkt nicht....Im Mai hatte General Motors zum Entsetzen der Facebook-Manager verkündet, Facebook-Werbung sei ineffizient. Der weltweit größte Autowerber beschloß,  auf Werbung im Social Network zu verzichten. Lange Debatten bis kurz vorm Glaubenskrieg waren die Folge.

Einen Monat später suggeriert ein Auftritt von GM-CMO Joel Ewanick in Cannes - alles halb so wild. Das englische Marketing Magazin zitiert den mächtigen Marketer mit den Worten: „Die Leute denken, wir seien raus aus Facebook. Das stimmt nicht. Wir betreiben eine erfolgreiche Fan-Seite." Die Meldungen vor allen Dingen US-amerikanischer Websites, man investiere nicht mehr in das weltweit größte Social Network, sei falsch - ganz im Gegenteil: Für GM sei es enorm wichtig, eine „tiefe Beziehung" zu Facebook aufzubauen.

Dieser Ansicht ist offensichtlich auch der GM-Konkurrent Nissan. Der Autohersteller startete in der vergangenen Woche in den USA die Kampagnen für den Altima - der erste von fünf Produkteinführungen, die in den kommenden 15 Monaten geplant sind. Die Launchkampagne ist für Nissan zugleich der Startschuß für das „Most Innovativ Year Ever", dass sich der japanische Autohersteller verordnet hat. Klar - auch bei der Kick off der von TBWA/Chiat Day entwickelten Kampagne ist ein 360-Grad-Auftritt, TV, Print, Direktmarketing und Display inklusive und einem entsprechend hohen Etat. Doch ein Schwerpunkt liegt im Social-Media-Bereich.

Erich Marx, Nissans Interactive-Chef, in AdAge: „Es geht bei Social Media nicht so sehr um den ROI und die Frage, wieviel Autos wir tatsächlich verkaufen, sondern um den COI, cost of ignoring. Social Media ist zu groß, um es nicht zu beachten." Allerdings investiert Nissan nicht in Werbung, sondern in den Aufbau von Fan-Pages. Auf der Almira-Fanseite soll im Sommer die „Innovative Garage" ins Leben gerufen werden. Hier können Nutzer Ideen für künftige Autos präsentieren. Bei den Nissan-Modellen Pathfinder und Sentra sollen im Herbst Fan-Pages mit Sportthemen etabliert werden. vs
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