Erotik-Filme: ZDF-Werbung stößt auf christlichen Protest

Donnerstag, 10. Juli 2008
Das Objekt der Kritik: Die ZDF-Anzeige
Das Objekt der Kritik: Die ZDF-Anzeige

Im ZDF da gibt's koa Sünd? Von wegen, findet Wolfgang Baake. Der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbunds KEP in Wetzlar übt massiv Kritik an einem Werbemotiv des öffentlich-rechtlichen Senders. Unter dem Slogan "So sündig, dass man beichten muss" wirbt eine Anzeige für die Erotik-Filmreihe "Sommernachtsphantasien", die die Mainzer bereits seit einigen Jahren in der heißen Jahreszeit im Programm haben. Das Motiv zeigt Menschen, die vor einem Beichtstuhl Schlange stehen. Mit einem Schreiben wandte sich Baake an den ZDF-Indendanten Markus Schächter. Laut dem christlichen Medienmagazin "Pro" heißt es darin: "Dass das ZDF als öffentlich-rechtlicher Sender explizit mit Sünde wirbt, ist ein Dammbruch. Grundlage und Inhalte des christlichen Glaubens werden in den Anzeigenmotiven lächerlich gemacht." Zudem kündigte Baake in dem Brief an, den Deutschen Werberat einzuschalten und eine Programmbeschwerde zu prüfen.

Denn nicht nur das Werbemotiv, sondern auch die Filmreihe "Sommernachtsphantasien" gehen ihm in Sachen Erotik zu weit. "Dass das ZDF in Zeiten der massiven und unkontrollierten Ausbreitung von Pornografie in diesem Trend mitmacht, zeigen die Programmplaner, dass sie ihre Verantwortung als öffentlich-rechtlicher Sender nicht ausreichend nachkommen", zitiert "Pro" den KEP-Geschäftsführer.

Das ZDF weist die Vorwürfe entschieden von sich. Ein Sprecher sagt gegenüber HORIZONT.net: "Die Vorwürfe sind absurd. Offenkundig hat Wolfgang Baake keinen einzigen Film der Reihe gesehen." Eine eigene Redaktion mit Fachleuten und auch der Jugendschutzbeauftragte hätten die Filme gewissenhaft ausgewählt und geprüft. Auch die Anzeige sieht der ZDF-Sprecher als unproblematisch an: "Die Werte des christlichen Glaubens werden darin nicht angegriffen. Wer die Anzeige sieht, erkennt auch das Augenzwinkern."
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