Ergebnisrückgang bei RTL Deutschland / RTL Group wächst

Dienstag, 06. März 2012
CEO Gerhard Zeiler wird RTL Mitte April verlassen
CEO Gerhard Zeiler wird RTL Mitte April verlassen


Die RTL Group verzeichnet in ihrem wichtigsten Markt Deutschland für das Jahr 2011 nur ein leichtes Plus. Der Umsatz ist um 1,1 Prozent auf 1,912 Milliarden Euro gestiegen. Konkurrent
Pro Sieben Sat 1 hatte für sein deutschsprachiges Geschäft - zu dem aber auch Deutschland und Österreich gehören - vergangene Woche einen Umsatzzuwachs von 3,7 Prozent auf rund 1,937 Milliarden Euro verkünden können. RTL geht davon aus, dass die Netto-Werbeeinnahmen im TV in Deutschland 2011 um 0,4 Prozent zurückgegangen sind. ZZ#Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) muss die Mediengruppe RTL Deutschland sogar einen Rückgang um 4 Prozent auf 529 Millionen Euro hinnehmen. Die deutsche Sparte steuert traditionell den höchsten Anteil zum Reported Ebita der RTL Group bei und ist das wichtigste Profitcenter des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann. Den Rückgang in Deutschland konnten jedoch Ergebniszuwächse in den anderen Regionen und Bereichen der RTL Group ausgleichen. Insgesamt beläuft sich das Reported Ebita von Europas größtem TV-Konzern 2011 auf 1,134 Milliarden Euro und liegt damit minimal über Vorjahr. Das Jahresergebnis der RTL Group ist sogar deutlich gestiegen. Mit 795 Millionen Euro liegt es um fast 9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit legt der zum 18. April scheidende CEO Gerhard Zeiler einen Rekordgewinn vor. Er wird nach der Hauptversammlung von Deutschland-Chefin Anke Schäferkordt und Gulliaume de Posch abgelöst und wechselt zu zum US-Konzern Turner. Schäferkordt wechselt dann auch in den Bertelsmann-Vorstand und verantwortet dort das TV-Geschäft. 

Die RTL Group ist die wichtigste Cash-Cow von Bertelsmann. Sie steuert den Großteil zum Ergebnis der Gütersloher bei und schüttet seit Jahren Dividenden in Millionenhöhe aus. Von 2006 bis 2010 waren es insgesamt 3,1 Milliarden Euro. Die vorgeschlagene Dividende für 2011 liegt denn auch bei 5,10 Euro pro Aktie - 10 Cent höher als 2010.

Der Umsatz der RTL Group, an deren Spitze noch bis 18. April Gerhard Zeiler steht, ist 2011 um 4,2 Prozent auf 5,765 Milliarden Euro gewachsen. Der Zuwachs kommt vor allem aus der nunmehr zweitwichtigsten Sparte Fremantle, dem Produktionsarm der RTL Group. Fremantle konnte um 12,3 Prozent wachsen und erzielte einen Umsatz von 1,429 Milliarden Euro. Die bislang zweitwichtigste Sparte, die französische Group M6, musste dagegen einen Umsatzückgang um 2,6 Prozent auf 1,421 Milliarden Euro hinnehmen.

Für das Jahr 2012 rechnet die RTL Group in ihrem Outlook  mit einer stabilen Entwicklung - zumindest wenn sich die Konjunktur nicht eintrübt. Im Januar und Februar habe sich die negative Entwicklung, die viele erwartet hatten, jedenfalls nicht abgezeichnet. Der klassische TV-Umsatz hängt jedoch am 4. Quartal, das traditionell rund ein Drittel zum Jahresumsatz beisteuert und das immer kurzfristiger gebucht wird. pap
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