Entscheidung über IVW-Eintritt von "Vanity Fair" steht offenbar noch aus

Dienstag, 24. Juli 2007

Die Wogen im Streit um den Aufnahmeantrag von "Vanity Fair" in die Auflagenstatistik IVW scheinen sich vorerst zu glätten. Condé Nast zufolge hat der Verlag ein Fax von der IVW-Geschäftsführung erhalten, demnach der Antrag in der nächsten Sitzung des Organisationsausschusses Presse behandelt werde. General Manager Markus Schönmann: "Bislang liegt uns keine Ablehnung des Annahmeauftrags seitens der IVW vor. Die entsprechenden Medienberichte sind damit falsch." Aus Sicht von IVW-Auflagenkontrolleur Hans-Günther Rüsch ist der Auftrag zunächst abgelehnt worden. Die IVW beruft sich auf ihre Regularien: Aufgrund der Beanstandung könne der Titel erst im kommenden Jahr in der Auflagenkontrolle ausgewiesen werden. Rüsch bestätigt, dass sich der Organisationsausschuss Presse mit dem Vorgang befasst.

Grund für den Streit ist eine Fußnote auf der vorletzten Seite einer vorläufigen Preisliste von "Vanity Fair". Darin heißt es laut Condé Nast: "Der Preis berechnet sich auf Basis der verkauften Auflage laut IVW. Bis zur IVW-geprüften Ausweisung der verkauften Auflage bezieht sich der Preis auf die Druckauflage."

Die Fußnote sei vom Magazin kurzfristig verwendet worden, aber nach Beanstandung seitens der IVW "umgehend" in gedruckter und digitaler Form geändert worden. Dies habe die IVW-Geschäftsführung nun jedoch anscheinend als "unzulässige Werbung mit dem IVW-Zeichen oder IVW-Hinweisen" klassifiziert.

Abhängig von der Entscheidung des Organisationsausschusses Presse erwägt Schönmann weitere Schritte. So denkt er bei einer schriftlichen Ablehung über "mögliche rechtliche Schritte" nach. Mitte Oktober will er geprüfte Auflagenzahlen von "Vanity Fair" vorlegen. "Wir würden das sehr gerne mit dem IVW-Siegel machen, andernfalls, müssen wir mit neutralen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zusammenarbeiten."

Zum Stein des Anstoßes, der tatsächlich verkauften Auflage des Magazins, sagt Schönmann: "Bisher haben wir die 120 000 verkauften Exemplare in der harten Auflage fast immer erreicht, unser Ziel ist es, im 3. Quartal 2007 deutlich über 120 000 verkauften Heften im Kiosk und im Abo zu liegen." Üblicherweise sei nach Annahme eines Antrags mit einer Bearbeitungszeit von etwa zwei Monaten zu rechnen, so Rüsch. se

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