Emprise: Finanzlage bleibt angespannt

Mittwoch, 13. August 2008

Die finanziell angeschlagene Pixelpark-Beteiligung Emprise hat die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2008 veröffentlicht. Demnach sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Millionen Euro auf 7,2 Millionen Euro. Der Hamburger IT-Dienstleister führt den starken Umsatzrückgang auf die "Konsolidierung und Konzentration auf die Ertragskraft" zurück. Das Unternehmen hatte in den letzten Monaten umfassende Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet, im Rahmen derer Unternehmen verkauft und Personal abgebaut wurde. Für das Gesamtjahr erwartet Emprise einen Umsatz von 12 Millionen Euro. Die bisherige Planung sah 18 Millionen Euro vor. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich dagegen auf 2,4 Millionen Euro nach minus 100.000 Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis betrug 1,5 Millionen Euro (2007: minus 1,5 Millionen Euro). Grund für diese deutliche Verbesserung ist das bis dahin umgesetzte sogenannte Turnaround-Maßnahmenpaket und daraus resultierende Einmaleffekte wie Forderungsverzichte und Abfindungen in Höhe von insgesamt 2,8 Millionen Euro. Dadurch verdoppelten sich die liquiden Mittel im ersten Halbjahr auf 800.000 Euro.

Dem Börsenportal Equity-Analyst.de zufolge leidet das Unternehmen aber weiterhin unter einer "angespannten Liquiditätslage", unter anderem weil der handelsrechtliche Einzelabschluss immer noch eine bilanzielle Überschuldung von 5,6 Millionen Euro ausweist. Die drohende Insolvenz sei nur durch Rangrücktrittsvereinbarungen mit den Gläubigern verhindert worden.

Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Going Concern) sei dennoch gefährdet, was Emprise offen zugibt: "Sollten die Turnaround-Maßnahmen nicht weiterhin konsequent umgesetzt werden, könnte die Liquidität für ein Going Concern nicht ausreichend sein", heißt es in einer Ad-hoc-Meldung.

Der Berliner Internetdienstleister Pixelpark ist über eine Kreuzbeteiligung mit 29 Prozent an Emprise beteiligt. Emprise hält wiederum 31 Prozent an der Pixelpark-Tochter Online Systemhaus ES+C.

Unterdessen hat die Pixelpark AG ihre neue Aktionärsstruktur veröffentlicht. Demnach ist der erst kürzlich gegründete Erste Investmentclub Börsebius Weser in Köln neuer Hauptaktionär des Unternehmens. Die vom Vermögensverwalter Reinhold Rombach angeführte Vereinigung privater Investoren hält jetzt 22,22 Prozent der Anteile. Es folgt Lutz Schaffhausen mit 6,03 Prozent. Schaffhausen ist Gründungsgeschäftsführer der Schaffhausen Communication Group, deren Mutterunternehmen Avantaxx an der renommierten Hamburger Agentur Springer & Jacoby beteiligt ist.

Weitere Pixelpark-Eigner sind Universal Investment (5,57 Prozent), Sal. Oppenheim Jr. & Cie (4,52 Prozent) und Horst Bogatz (3,32 Prozent). Der Rest (58,34 Prozent) befindet sich in Streubesitz. brö

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