Empörung über ARD/ZDF-Verzicht auf Live-Übertragung der Leichtathletik-WM

Donnerstag, 20. Januar 2011
Deutsche Zuschauer können den WM-Auftritt von Usain Bolt womöglich nicht verfolgen
Deutsche Zuschauer können den WM-Auftritt von Usain Bolt womöglich nicht verfolgen
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Stellen Sie sich vor, Sprinter Usain Bolt stellt bei der Leichtathletik-WM in Südkorea im Sommer 2011 einen neuen Weltrekord auf, aber keiner schaut zu. Zumindest in Deutschland könnte dieses Szenario eintreten. Denn ARD und ZDF wollen auf eine Liveübertragung verzichten, da sie sich mit der schwedischen TV-Rechteagentur ICE nicht auf einen Preis für die TV-Rechte einigen konnten. Bei den Sportverbänden stößt die Entscheidung der öffentlich-rechtlichen Sender auf große Empörung. "Das letzte Angebot von ARD/ZDF lag für zwei WM bei sechs Millionen Euro, das ist so nicht akzeptabel, wenn die selben Sender für ein Fußball-Freundschaftsspiel den gleichen Preis bezahlen", zitiert Sueddeutsche.de Helmut Digel, deutscher Vorsitzender der Marketing-Kommission des internationalen Leichtathletikverbands IAAF. Der Verband wäre nach seinen Angaben bereit gewesen, die Rechte für die WM in Südkorea und 2013 in Russland für einen Betrag im unteren zweistelligen Millionenbereich zu vergeben.

Auch der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) übt deutliche Kritik. "Es ist extrem schmerzlich. Welchen Sendeauftrag hat das öffentlich-rechtliche Fernsehen eigentlich?", fragt Clemens Prokop. Zumindest wollen sich ARD und ZDF bemühen, die Rechte an einer Highlight-Berichterstattung zu kaufen. Für Digel kein Trost. Er hofft, dass die deutschen Athleten mit guten Leistungen bei der WM glänzen. "Dann können ARD/ZDF nicht an der WM vorbeikommen und müssten teure Zeitrechte kaufen." bn
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