El-Cartel-Chef Kühl warnt vor Öffnung der Brutto-Netto-Schere

Donnerstag, 19. Februar 2009
Jan Kühl warnt vor einer Abwärtsspirale
Jan Kühl warnt vor einer Abwärtsspirale

Der Geschäftsführer des RTL-2-Vermarkters El Cartel Media, Jan Kühl, appelliert an die Branche, dem Druck seitens der Werbekunden standzuhalten. Unternehmen und Agenturen versuchen derzeit bei den TV-Vermarktern besonders günstige Konditionen herauszuschlagen, um Budgetstreichungen zu kompensieren. "In einer solchen Situation sind alle Marktpartner aufgerufen, Stärke zu zeigen", sagt Kühl, dessen El Cartel nach dem Pro Sieben Sat 1-Vermarkter Seven-One Media und der Kölner IP, die die Sender der RTL-Gruppe vermarktet, die drittstärkste Kraft im Markt ist. „Der Wert eines TV-Spots ändert sich nicht, weil wir wirtschaftlich schwere Zeiten durchmachen. Das bedeutet, wenn der Kunde weniger Geld zur Verfügung hat, bekommt er auch weniger Fläche", argumentiert er im Interview mit HORIZONT. Nur wenn alle Marktpartner hart blieben, könne verhindert werden, dass der gesamte Markt abrutscht. "Wenn wir nicht aufpassen, wird sich die Preis-Umsatz-Spirale immer weiter nach unten drehen", warnt er.

Wie angespannt die Lage ist, darauf geben die Nielsen-Zahlen für Januar einen Hinweis, die allerdings nur Bruttowerbeumsätze erfassen. Demnach liegt die Gattung TV um 4,7 Prozent im Minus. Netto sollen die Verluste nach verschiedenen Schätzungen bei minus 15 Prozent gelegen haben. pap

Das Interview mit Jan Kühl und ein Überblick über die aktuelle Entwicklung im TV-Werbemarkt lesen Sie in HORIZONT 8/2009 vom 19. Februar 2009
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