"Einseitige Berichterstattung": ARD-Programmdirektor Volker Herres attackiert den "Spiegel"

Mittwoch, 12. Dezember 2012
ARD-Programmdirektor Volker Herres
ARD-Programmdirektor Volker Herres

"Aus der Schaum" - der aktuelle "Spiegel"-Artikel zum Programm der öffentlich-rechtlichen Sender sorgt für große Entrüstung bei der ARD. Programmdirektor Volker Herres und Wolfgang Schmitz, Vorsitzender der ARD-Hörfunk-Kommission, werfen dem Nachrichtenmagazin tendenziöse Berichterstattung vor. Die These, dass den Leuten das Programm von ARD und ZDF nicht mehr gefalle, sei einseitig, schimpft Herres. Nach HORIZONT.NET-Informationen will sich Herres nun sogar mit einem Leserbrief im "Spiegel" wehren. Herres behauptet, dass der "Spiegel" einige Tatsachen unter den Tisch fallen ließ, insbesondere was das Programm der ARD angeht. So sei etwa mit keinem Wort auf erfolgreiche Literaturverfilmungen wie "Die Heimkehr" oder "Der Turm" eingegangen worden. Mit dem "Tatort" und der "FilmMittwoch im Ersten" stelle die ARD wöchentlich die Qualität, Kreativität und Innovationsfreude seiner Fernsehfilmredaktionen unter Beweis, so Herres weiter. Zudem werde das Erste wird vor allem wegen seiner hohen Informationskompetenz geschätzt.

Den "Spiegel"Autoren Markus Brauck, Alexander Kühn, Martin U. Müller und Stefan Niggemeier unterstellt der Programmchef des Ersten daher, die These zum Bedeutungsverlust des Programms von ARD und ZDF "wider besseren Wissens" verbreitet zu haben. "Woran bemisst sich diese Einschätzung? Ist für den Spiegel etwa Quotenverlust gleich Qualitätsverlust?", fragt Herres in einem Beitrag auf ARD.de. Schützenhilfe bekommt Herres von Wolfgang Schmitz, dem Vorsitzenden der ARD-Hörfunkkommission und WDR-Hörfunkdirektor. Dieser findet es "bedauerlich", dass die Medienberichte wie jünst im "Spiegel" "die erfolgreichen Radioprogramme der ARD aussparen". Laut Schmitz schaltet mehr als die Hälfte aller Deutschen ab 10 Jahren jeden Tag eine der ARD-Wellen ein. mas
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