Eichborn Verlag meldet Insolvenz an

Donnerstag, 16. Juni 2011
Der Eichborn Verlag wurde 1980 in Frankfurt am Main gegründet
Der Eichborn Verlag wurde 1980 in Frankfurt am Main gegründet

Der Vorstand des Eichborn Verlags hat heute beim Frankfurter Amtsgericht einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Dies gibt das Unternehmen in einer Pressemeldung bekannt. Notwendig sei der Schritt geworden, da "die Gesellschaft die erforderliche Sanierung nicht aus eigener Kraft finanzieren kann und Versuche, eine Finanzierung von außen zu erlangen, nicht erfolgreich waren". Als Insolvenzverwalter wurde Holger Lessing, Partner der Kanzlei Lessing, Trebing, Bert in Frankfurt eingesetzt.

Bereits in den vergangenen Monaten machte der Buchverlag Schlagzeilen mit finanziellen Problemen. Zuletzt forderte der Mehrheitsaktionär Matthias Koch die Auflösung der Gesellschaft, die "über den Zeitraum von mehreren Jahren kontinuierlich und nachhaltig in die Verlustzone geraten sein", wie es in einem Brief an den Vorstand heißt.

Koch war es auch, der nach der Übernahme der Mehrheitsanteile im März dem Management des Verlags ein Sanierungskonzept vorgeschlagen hat, das unter anderem einen Umzug nach Berlin unter das Dach des Aufbau Verlags vorgesehen hätte. Zu diesem Schritt kam es jedoch bislang nicht. Im April wurde 35 von 48 Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt, die 13 übrigen Mitarbeiter sollen mit nach Berlin umziehen.

Der Eichborn Verlag wurde 1980 gegründet und gehört mit einem Umsatz von 11,4 Millionen Euro (2010) zu den hundert größten Verlagen Deutschlands. Eichborn verlegt Bücher von Autoren wie Eckart von Hirschhausen ("Glück kommt selten allein"), Frank Goosen ("Liegen lernen") und Mark Watson ("Elf Leben"). sw
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