Ehemaliger Intendant des ORF spricht sich für Neugründung aus

Montag, 15. Dezember 2008
Über die Zukunft des ORF wird weiter diskutiert
Über die Zukunft des ORF wird weiter diskutiert

Der ehemalige Intendant des ORF, Gerd Bacher, plädiert für eine Neugründung des ORF. "Der ORF ist heute wie vor der faktischen Neugründung 1967 nicht mehr von innen reformierbar", sagte Bacher gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Profil". Er forderte zudem eine "Beendigung des Parteienregimes". Das oberste Kontrollgremium, der Stiftungsrat, solle künftig ausschließlich mit Fachleuten aus Kultur, Medien und Wirtschaft besetzt werden. Auch eine Öffnung der finanziell angeschlagenen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt für private Investoren wird weiter diskutiert. Die frühere Generaldirektorin Monika Lindner wollte einen solchen Schritt nicht ausschließen, falls der ORF durch die Finanzkrise unfinanzierbar wird. Der Sender wird 2008 wegen ausbleibender Werbeeinnahmen und Erlöse aus Finanzgeschäften voraussichtlich einen Verlust von rund 100 Millionen Euro ausweisen.

Unterdessen wird bereits eifrig über mögliche Kandidaten für den Posten des neuen ORF-Generalintendanten spekuliert, darunter auch RTL-Group-Chef Gerhard Zeiler. Mehrere Quellen berichteten von Terminen Zeilers mit dem österreichischen Kanzler Werner Faymann und Vize Josef Pröll diese Woche. Zeiler selbst wollte zu den Gerüchten keine Stellung nehmen. An dem kolportierten Termin mit Faymann finde aber eine Sitzung des Bertelsmann-Vorstands statt, an der er wie üblich teilnehme. dh
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