Edeka arbeitet an einer Gruppenlösung für E-Commerce

Freitag, 26. Mai 2000

Deutschlands führende Lebensmittelhandelsgruppe wird ein gebündeltes Online-Shopping-Angebot starten. Derzeit bietet bereits das Berliner Edeka-Gruppenmitglied Otto Reichelt sowie einzelne Edeka-Kaufleute die Lieferung von Lebensmittel lokal, regional und bundesweit über das Internet an. "E-Commerce im Business-to-Consumer-Bereich wird auch im Lebensmittelhandel eine weitaus größere Rolle als heute spielen", meint Bartholomäus Werberger, Vorstandssprecher der Edeka Zentrale in Hamburg, mildert diese jedoch in einem Satz wieder ab: "Das haptische Einkaufserlebnis in einem frischebetonten Supermarkt kann das Ordern per Computer jedoch nicht ersetzen." Dies deutet an, dass dieses Jahr noch keine Aktivitäten zu erwarten sind. Selbst die Edeka-Kundenkarte, die bereits im vergangenen Jahr eingeführt werden sollte, wird erst im Herbst 2000 getestet. Die Edeka-Gruppe will Akzente in den Bereich Kundenbindung und Service setzen. Zufrieden zeigt sich Werberger über das Geschäftsjahr 1999. Trotz der Konjunkturschwäche und dem Preiskrieg im deutschen Einzelhandel konnte die Gruppe ihren Inlandsumsatz um 1,9 Prozent oder 1,1 Milliarde auf 57 Milliarden Mark erhöhen. Laut Nielsen hat der Umsatz des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent abgenommen. Mit einer kurzfristig spürbaren Belebung und einer Beendigung der Wertevernichtung im Preiskampf rechnet Werberger offenbar nicht: "Der Wille, zu auskömmlichen Renditen zu kommen, scheint im deutschen Lebensmittelhandel immer noch nicht sehr ausgeprägt zu sein."
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