Ebay: Neuer Chef, neue Strategie

Freitag, 25. Januar 2008
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Mit einem drastischen Korrekturwechsel will John Donahoe, designierter Chef von Ebay, beim Internet-Auktionshaus wieder für neuen Schub sorgen. Donahoe, der im April die langjährige Ebay-Chefin Meg Whitman ablöst, kündigte an, die Festpreisangebote auszubauen und die Kundenfreundlichkeit des Portals zu stärken. Der Festpreisbereich macht derzeit schon 40 Prozent des gesamten Ebay-Umsatzes aus.
Donahoe folgt damit Einschätzungen von E-Commerce-Spezialisten, denen zufolge Sofortkäufe mittlerweile auch im Netz für viele Nutzer attraktiver sind als langwierige Auktionen.

Suche nach dem Spaßfaktor

Vom Auktionshaus zum "ganz normalen" Internet-Händler. Ebay verändert sich - und das ist auch höchste Zeit. Der Spaßfaktor beim Bieten, der einen großen Teil des Ebay-Höhenflugs ausgemacht hat - er ist im Laufe der Jahre ohnehin verloren gegangen.
Doch nicht nur Ebay muss sich neu positionieren. Sondern strenggenommen auch das "Ebay-Magazin" aus dem Hause Gruner + Jahr. Die Zeitschrift versteht sich als Lifestyle-Blatt für die Ebay-Community. Doch was bleibt vom Lifestyle übrig, wenn aus einem gigantischen Flohmarkt ein ebenso wuseliger Kaufhaus wird? vs


Mit der Kurskorrektur wird aus dem weltweit größten Auktionsportal sukzessive ein Internet-Portal á la Amazon. Der Strategiewechsel dürfte sich auch in den Marketingaktivitäten niederschlagen. Die deutsche Website ist erst im vergangenen Jahr relauncht worden; eine von Springer & Jacoby entwickelte Kampagne hatte seinerzeit versucht, den einstigen „Flohmarktcharme" des Auktionshauses wiederzubeleben.Noch-Chefin Meg Whitman hat es in zehn Jahren geschafft, aus einem Unternehmen mit wenigen Millionen Euro Umsatz eine der wenigen Powerbrands des Internets zu schmieden. Zu den größten Übernahmen zählen der Bezahldienst Paypal und die allerdings verlustreiche Akquisition des Internettelefon-Anbieter Skype.
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