EV gegen TV Today stößt auf positives Echo bei Springer, Milchstraße und Sebaldus

Freitag, 27. November 1998

Die gestern vom Landgericht Hamburg auf Antrag des Heinrich-Bauer-Verlags erlassene Einstweilige Verfügung (EV) gegen die erneute Copypreisaktion von "TV Today" zeigt erste Wirkung: "Mit der Einstweiligen Verfügung wurde uns verboten, auch das nächste Heft nochmal zum Preis von 1 Mark abzugeben. Daran werden wir uns halten", erklärt Gruner + Jahr-Pressesprecher Peter Caspar Hamel, mit Blick auf Ausgabe 26/98. Die EV, die das Landgericht Hamburg der G+J-Tochter Magazin-Verlag am Fleetrand (MVF) zugestellt hat, untersagt der MVF nicht nur den Verkauf des 14täglichen Programmies zu 1 Mark. Sie verbietet auch, daß die MVF den Schnupperpreis weiter bewirbt. Entsprechend hat G+J bereits neue Spots im Markt, denen die Preiskomponente fehlt. Begründung für die EV: "Bisher war es allgemeines Verständnis in der Branche, daß Probierpreise nur eingesetzt werden bei signifikanten Produktveränderungen und allenfalls zweimal hintereinander. Beide Grundsätze wurden jetzt mißachtet", heißt es in der Bauer-Pressemitteilung. G+J hat angekündigt alle Rechtsmittel gegen die Untersagung auszuschöpfen und ist "zuversichtlich, daß dies ebenso erfolgreich gelingen wird, wie bei den Verfahrenim Anschluß an die Marketing- und Preisoffensive von ,TV Today” im Jahre 1996", so die offizielle Verlautbarung. Im Klartext: Nach einem Widerspruch von G+J kommt es voraussichtlich nächste Woche zu einer mündlichen Verhandlung. Von den anderen Verlagen wurde Bauers EV begrüßt. Weder Springer, Milchstraße noch Sebaldus wollen jedoch parallel juristische Schritte ergreifen. Man steht aber hinter Bauer, heißt es unisono. Nach wie vor offen ist die Frage, zu welchem Preis die vierte Ausgabe von "TV Today" auf den Markt kommt. Ob man mit "TV Today" wieder auf 2,50 Mark zurückkehrt, so erklärt Hamel, "hängt von der Marktlage ab". Christoph Schuh, Verlagsgruppe Milchstraße, hält es für wichtig, daß "solche Preisoffensiven in Zukunft verhindert werden, hinter denen keine signifikanten Produktveränderungen oder Produkt-Neueinführungen stehen". "Man muß da wirklich warnend den Finger heben", erklärt auch Bauer-Pressesprecher Roman Köster.
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