EU will Zwangsjacke für Online-Werbung

Freitag, 12. November 2010
Facebook-Chef Mark Zuckerberg bekommt Gegenwind von der EU
Facebook-Chef Mark Zuckerberg bekommt Gegenwind von der EU
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Zielgruppenorientierte Werbung im Internet gerät ins Visier der EU-Abgeordneten. Wer sich daran erinnert, wie die EU die Werbung für Tabak oder Lebensmittel reglementierte, dem schwant Böses für die Werbebranche. Was ist passiert? Anfang der Woche hat der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) im Europäischen Parlament mit großer Mehrheit einen Bericht verabschiedet, der "Behavioural Advertising", also verhaltensorientierter Werbung im Web, überaus kritisch gegenübersteht.

Der EU-Bericht sieht vor, dass diese Werbeform nur noch mit Einwilligung der Nutzer zugelassen wird. Deutlich lesbare Hinweise in der Werbung sollen ihn zudem auf diese Art der Reklame aufmerksam machen. Grund: Verhaltensorientierte Werbung sei ein Angriff auf die Privatsphäre.

Der Bericht ist ein Schuss vor den Bug für Facebook und Google. Facebook wertet die Vernetzung und Interessen der Mitglieder aus, um zielgruppengerechte Werbung auszuliefern. Google nutzt den E-Mail-Verkehr von Googlemail, um Werbung zielgerichtet einzublenden.

Betroffen sind auch standortbezogene Dienste wie Foursquare, die den Standort des Nutzer ermitteln und daraufhin lokal passsende Werbung anzeigen. Mit Blick auf versteckte Werbung in Verbraucherforen und Bewertungsplattformen fordert der Bericht die EU-Kommission darüber hinaus auf, die Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken entsprechend anzuwenden. Das EU-Parlament wird im Dezember über den Bericht abstimmen. ork

Hier ein Link zum Original-Report des EU-Abgeordneten Philippe Juvin, dem der Ausschuss für Binnenmarkt und den Verbraucherschutzder am vergangenen Dienstag mit 30 Stimmen bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen zugestimmt hat.
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