EU stimmt Übernahme von BSkyB durch Rupert Murdoch zu

Mittwoch, 22. Dezember 2010
Noch immer nicht satt: Rupert Murdoch
Noch immer nicht satt: Rupert Murdoch

Rupert Murdoch darf sich den britischen Pay-TV-Anbieter BSkyB komplett einverleiben. Die Europäische Kommission hat der Übernahme des Bezahlsenders durch Murdochs Medienkonzern News Corp. gestern ohne Auflagen genehmigt. Nach Ansicht der EU wird der Wettbwerb auf der Insel durch die Übernahme nicht behindert. Ein weiterer Stolperstein für Murdoch hat sich derweil selbst aus dem Weg geräumt: Der britische Wirtschaftsminister Vince Cable, der die Übernahme von BSkyB durch Murdoch mit allen Mitteln verhindern wollte, musste die Verantwortung für Wettbewerbsfragen abgeben. Der Minister hatte mit umstrittenen Äußerungen über den Medienzar eine Krise innerhalb der Regierungskoalition ausgelöst. Cable hatte Journalisten gesagt, er habe Murdoch "den Krieg erklärt". Premierminister David Cameron hatte die Kompetenzen des Wirtschaftsministers daraufhin beschnitten. Cable wollte, dass die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom die Übernahme erneut prüft und nach nationalem Recht verhindert. Nach europäischem Recht könnte Großbritannien beantragen, selbst über die Übernahme zu entscheiden.

Murdoch verfügt auf der Insel bereits über eine erhebliche Medienmacht. Dem Medienmogul gehören unter anderem das Boulevardblatt "Sun" und die traditionsreiche Tageszeitung "Times". An BSkyB hält News Corp. derzeit 39 Prozent. Für die restlichen 61 Prozent der Anteile hat Murdoch 7,8 Milliarden englische Pfund geboten. dh
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