EU mischt sich in Streit um Google Books ein

Dienstag, 08. September 2009
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Der Streit um Google Books geht in seine entscheidende Phase. Heute endet die Frist eines New Yorker Gerichts für Einsprüche gegen die Vereinbarung zwischen dem Suchmaschinenkonzern und den US-Autoren- und Verlegerverbänden. Nach Deutschland hat auch Frankreich den Druck erhöht und Einspruch gegen den Vergleich von Google mit den Verbänden eingelegt. "Durch den Vergleich wird Google das Monopol erlangen, nicht mehr lieferbare europäische Bücher oder Werke unbekannter Rechteinhaber zu digitalisieren", so die Befürchtung von Nicolas George, Direktor für Bücher und Bibliotheken im französischen Kulturministerium.  Derweil hat EU-Medienkommissarin Viviane Reding Google Books zur Chefsache erklärt und verhandelt mit dem Suchmaschinenriesen. Reding strebt eine europäische Lösung an und will verhindern, dass Google mit jedem europäischen Land Einzelabkommen abschließt. Dabei deutet sich ein Kompromiss zwischen der EU und dem Suchmaschinenbetreiber an. Reding steht dem Digitalisierungsprojekt grundsätzlich offen gegenüber: "Wenn wir zu langsam digital werden, könnte die Kultur Europas in Zukunft leiden", gibt Reding zu bedenken. Bislang sei erst rund ein Prozent der Bücher in den europäischen Nationalbibliotheken digitalisiert.

Google zeigt sich angesichts der massiver werdenden Kritik an seinem Vorgehen kompromissbereit: So sollen Vertreter europäischer Verlage an der Beaufsichtigung von Google Books beteiligt werden. Allerdings reichen den Google-Kritikern die Zugeständnisse nicht aus: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wies die Vorschläge als nicht ausreichend zurück. dh
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