EU beschließt neue Fernsehrichtlinie

Freitag, 25. Mai 2007

Die EU weicht die Regeln für Product Placement und Werbeunterbrechungen im Fernsehen auf. Die zuständigen Minister der Mitgliedsstaaten brachten gestern die neue TV-Richtlinie "Audiovisuelle Mediendienste ohne Grenzen" auf den Weg. Ziel der Neuregelung ist eine flexiblere Regulierung von Fernsehwerbung. "Wir wollen mit weniger Vorschriften eine bessere Finanzierung der europäischen Programmindustrie erreichen", sagt EU-Medienkommissarin Viviane Reding. Reding gilt als Verfechterin einer liberalen Medienpolitik. Die Regeln sollen europäischen Sendern und Produzenten neue Erlösmöglichkeiten erschließen und Wettbewerbsnachteile gegenüber der US-amerikanischen Unterhaltungsindustrie beseitigen.

Dafür werden unter anderem die Regeln für Produktplatzierungen in TV-Sendungen gelockert. In Zukunft sind sogenannte Placements in fiktionalen Programmen, Sport- und Unterhaltungssendungen erlaubt, wenn ausdrücklich darauf hingewiesen wird. Tabu sind dagegen Kindersendungen, Dokumentarfilme und Nachrichten.

Außerdem dürfen Sendungen häufiger durch Werbung unterbrochen werden: Filme dürfen statt alle 45 Minuten nun alle 30 Minuten durch Werbung unterbrochen werden. In Kindersendungen werden Spots erlaubt, wenn eine Sendung länger als 30 Minuten ist. Die Obergrenze von 12 Minuten Werbung pro Stunde bleibt bestehen, allerdings fällt die Beschränkung von bislang maximal 3 Stunden Werbung pro Tag. Beibehalten bleibt die Vorschrift, dass Spots nur blockweise ausgestrahlt werden darf.

Die Richtlinie soll bis Ende des Jahres in Kraft treten. Die Mitgliedsstaaten haben dann zwei Jahre Zeit, die Vorschriften in nationales Recht umzusetzen, so dass die neuen Regeln voraussichtlich ab 2009 gelten. dh

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