EMI-Verkauf: Gute Chancen für Bertelsmann und Warner

Montag, 31. Oktober 2011
Sängerin Pink ist bei EMI unter Vertrag
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Bertelsmann EMI BMG Len Blavatnik FAZ Eigentümer Citigroup


Der Verkauf von EMI geht in die heiße Phase. Laut "FAZ" können sich Len Blavatnik, der Eigentümer von Warner Music, und Bertelsmanns Musikrechte-Tochter BMG Rights Managment gute Chancen ausrechnen. Der Verkauf an die beiden würde eine Zerschlagung des Musikkonzerns bedeuten, denn während Blavatnik um die Tonträger-Sparte bietet, ist BMG nur am Musikverlag EMI Music Publishing interessiert. Die 114 Jahre alte EMI, die Künstler wie Beatles, Pink, Eric Clapton und Red Hot Chilli Peppers vertritt, steht seit Frühjahr zum Verkauf. Jetziger Eigner ist die Citigroup, die Blavatnik laut "FAZ" nun erstmal Exklusivität bei den Verhandlungen eingeräumt haben soll. Der russische Milliardär hat im Frühjahr diesen Jahres erst Warner Music übernommen. Mit EMI würde er auf Position 2 im weltweiten Tonträgergeschäft rutschen. Der Wert dieses Bereichs wird auf umgerechnet rund 1,1 Milliaren Euro beziffert.

Die Musikrechtesparte wird dagegen auf über 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro taxiert. Im Vergleich zum rückläufigen Geschäft mit Tonträgern, ist die Verlagssparte relativ stabil. Bertelsmann bietet gemeinsam mit dem Finanzinvestor KKR, der 51 Prozent der Anteile an BMG Rights Management hält. Bei Bertelsmann ist BMG beim jetzigen Finanzvorstand Thomas Rabe angesiedelt, der am 1. Januar 2012 die Führung von Bertelsmann vom jetzigen CEO Hartmut Ostrowski übernehmen wird.

Bertelsmann will wachsen und ist auf der Suche nach lukrativen neuen Geschäftsfeldern. Der im Juli 2009 begonnene Aufbau des Musikrechtegeschäfts bedeutet dabei auch eine Besinnung auf die Ursprünge. Im September 2006 hatte Bertelsmann ihren damaligen Musikverlag BMG Music Publishing für 1,63 Milliarden Euro an die Vivendi-Tochter Universal verkauft. Bertelsmann musste seinerzeit dringen Schulden abbauen, die die Gütersloher nach dem 4,5-Milliarden-Euro teuren Rückkauf des 25,1-prozentigen Bertelsmanns-Anteils von Albert Frère angehäuft hatten.

Käme Bertelsmann zum Zuge wäre dies der erste große Achtungserfolg für Rabe, der Bertelsmann zu alter Größe und internationaler Relevanz zurückführen soll.

Mit im Rennen um die Musikverlagssparte soll laut "FAZ" der japanisch-amerikanische Musikverlag Sony ATV sein. Für das Tonträgergeschäft soll sich auch Ronald Perelman interessieren, der schon bei Warner mitgeboten hatte. Der Tonträgermarkt ist seit Jahren rückläufig. EMI war erst im August 2007 für rund 4,6 Milliarden Euro an den Finanzinvestor Terra Firma weitergereicht worden, der bei der Citigroup hoch verschuldet ist. pap
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