E-Commerce: Die zehn wichtigsten Trends im Online-Handel

Montag, 10. September 2012
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Das gewaltige Wachstum des E-Commerce wird klar, wenn man fünf Jahre zurückblickt. 2007 erwirtschafteten die Unternehmen 11 Prozent des Umsatzes im Web. Inzwischen sind es laut Branchenverband Bitkom 17 Prozent. Tendenz rasant steigend. Sechs von zehn Deutschen kaufen mittlerweile im Internet ein. HORIZONT.NET präsentiert die zehn wichtigsten Trends im Online-Handel.

 Lebensmittel online

Rund 40 Millionen Franken hat allein die Migros-Tochter Le Shop im 1. Quartal 2012 im Online-Lebensmittelhandel umgesetzt. In der Schweiz rechnet man damit, dass 2015 jeder fünfte Haushalt Lebensmittel im Web kauft. In Deutschland sind die Kunden zurückhaltender.  Einen Umsatzanteil von bis zu 2 Prozent erwarten Vertriebsexperten der großen Handelsketten in den kommenden Jahren. Ketten wie Rewe und Tengelmann testen mit angezogener Handbremse. Pure Player wie Supermarkt.de und Allyouneed setzten dagegen voll auf eFood, punkten mit Usability und Kunden in den Metropolen.

Die weiteren Trends gibt es auf den folgenden Seiten!


Commerce ist mobil

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Den Kunden in der Fußgängerzone per Smartphone ansprechen, den Filialisten per mobilem Preisvergleich am Regal ein Schnippchen schlagen (Showrooming) oder Verkäufe per Tablet anstoßen, wenn der Kunde auf der Couch im Genussmodus ist. Mobile Commerce gewinnt an Fahrt. Bis zu 8 Prozent des Umsatzes generiert der Versender Baur mittlerweile über Smartphones und Tablets. Entscheidend dafür: leichte Bedienbarkeit, Websites, die sich automatisch an das jeweilige Endgerät anpassen (Responsive Design) und schnelle Ladezeiten. Der mobile Kunde ist besonders ungeduldig. Die rasante Verbreitung von Smartphones - bis Ende 2012 sollen die Verkäufe hierzulande auf 23 Millionen Stück steigen - wird das Bild weiter zugunsten des M-Commerce verändern.

Hauptsache App

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Mit der wachsenden Verbreitung von Smartphones gewinnt für viele Pure Player auch das Thema Apps weiter an Fahrt. Das schnell wachsende Design-Kaufhaus Fab.com erreicht mittlerweile bis zu 40 Prozent seiner Kunden via App. Und diese Kunden kaufen mehr und öfter. Warum also überhaupt noch auf mobile Websites setzen? Plattformen der nächsten Generation wie Stuffle.it agieren bewusst „App only". Der Nachbarschafts- Flohmarkt mixt Ebay mit Pinterest-Look und punktet mit Vernetzung und Lokalisierungsfunktionen.

Clubs in der Nische

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Shopping-Clubs erleben gerade ihren zweiten Frühling. Das gilt auch für den Beinahe-Klassiker Brands4friends. Der von Ebay aufgekaufte Shopping-Club für Marken aller Art wächst mit über vier Millionen Mitgliedern in Deutschland konstant weiter. Doch die Nummer 1 und ihre Verfolger (Buy VIP, Limango, Vente Privée) erhalten zunehmend Konkurrenz von Spezialisten wie dem Design-Club Fab.com oder Westwing vom Zalando-Macher Rocket Internet. Auch Zalando setzt mit der Lounge auf exklusives Club-Feeling für Mitglieder und umgeht so die Resterampe-Atmosphäre.

Mehr Mitsprache

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Die Einbindung der Kunden bei der Produktgestaltung haben Markenartikler zumindest bei Werbeaktionen schon für sich entdeckt. Der E-Commerce tut sich in Sachen Crowdsourcing noch schwer. Doch es gibt Ausnahmen. Sugar Shape erhebt die Einbindung der Kunden bereits zum Geschäftsprinzip. Das Online-Dessouslabel entwirft passende BHs für Frauen mit Rundungen oder zierlicher Figur.  Die Nutzerinnen entscheiden mit, wie die Kollektionen aussehen. Dadurch erhöht der Webshop den Individualisierungsgrad der Produkte - und die Zufriedenheit der Kundinnen.

Promi-Shopping

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Können Promi-Testimonials auch als Helfer beim Shopping im Internet zur Seite stehen? Beach Mint in den USA war einer der ersten Webshops, der mit Hilfe aus Hollywood Produkte für die Mitglieder auswählte. In Deutschland setzen Wanilla und Miacosa auf das Konzept „Shopping mit Promi-Freunden". Jedes Shopmitglied stellt sein Shoppingteam aus Stars und Sternchen zusammen. Die seien aktiv an der Produktauswahl beteiligt, heißt es. Die Mitglieder bekommen regelmäßig exklusive Empfehlungen und Produkttipps von ihren Trendsettern. Abo-Commerce soll so aufgewertet werden.

Konsum im Abo

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Abo-Commerce-Modelle in den unterschiedlichsten Produktsegmenten erleben derzeit einen regen Zulauf. Sie helfen Zeit zu sparen, und nehmen dem Kunden einen Teil der Entscheidung ab. Curated Shopping, betreutes Einkaufen, funktioniert derzeit bei Mode, Schuhen, Schmuck und Spielzeug besonders gut. Aber auch die Anbieter kochfertiger Lebensmittelpakete melden wachsenden Zulauf. Die Modelle profitieren davon, dass sie für den Kunden die Komplexität des Alltags reduzieren. Sogar Amazon mischt im Abo-Commerce mit und bietet unter anderem Rabatt auf alle Pampers-Produkte im „Amazon Spar-Abo".  

Shoppingparty 2.0

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Tupperware feiert seinen 50. Geburtstag und gleichzeitig feiert der Direktvertreib mit den Mitteln des E-Commerce seine Renaissance, indem Start-ups den Charme der Avon-Beraterin, das Gemeinschaftsgefühl der Tupperware-Party mit den Elementen des Web verbinden. Start-ups wie Pippa & Jean oder Juvelia verknüpfen den Webshop mit Offline-Shoppingpartys, die von Style Coaches betreut werden. Je nach Modell wird über die Onlineplattform auch verkauft. Die Konzepte leben zudem von den Chancen der Mundpropaganda in den Netzwerken und von zufriedenen Kunden als Markenbotschafter. Weiterer Vorteil: Die Anbieter erreichen auch weniger Internet-affine Menschen.

Zugang statt Besitz

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Der eine nennt es Collaborative Consumption, der Nächste schlicht Sharing. Ob Auto (Car2go), oder Unterkünfte für Touristen (Airbnb), Musik (Spotify), Fahrräder oder hochwertige Mode - der Trend geht weg vom Besitz hin zum Teilen. Zugang zu Produkten wird wichtiger als Eigentum. Dank Web und Location Based Services, die den Nachbarn mit der Leih-Bohrmaschine anzeigen, wird das Teilen zugleich immer einfacher. Die Plattform Leihdirwas hilft dabei gleich produktübergreifend.

Virtuelle Anprobe

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Virtuelle Ankleide am Rechner, das ist im Moment noch eher etwas für verspielte Kunden. Bald aber könnte Augmented Reality die Anprobe am PC so selbstverständlich machen wie das Zähneputzen. Brillenhändler bieten bereits die Online-Anprobe. Gerade hat Versandriese Otto das System des Start-up UPcload in Teilbereichen installiert. Das Unternehmen liefert eine simple Lösung für das Körperscanning und den individuellen Abgleich von Körper- und Kleidermaßen via Webcam. Noch aber wird vor allem experimentiert, um den Bestellvorgang mithilfe von Augmented Reality zu vereinfachen.
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