E-Commerce: Deutscher Einzelhandel steigert Umsatz um 60 Prozent

Montag, 11. November 2002
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Umsatz Onlineshopper HDE Einzelhandelsumsatz


Die Onlineshopper werden in diesem Jahr rund acht Milliarden Euro in die Kassen der deutschen Einzelhändler spülen. Dies entspricht einem Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz von circa 1,6 Prozent. Im Bereich Online-Shopping werden die Umsätze damit im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr um rund 60 Prozent steigen. Dies geht aus einer Umfrage des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels HDE hervor, für die bundesweit 1200 Unternehmen befragt wurden. Danach konnten im 1. Halbjahr 2002 ein Viertel der Unternehmen ihre Online-Shopping-Umsätze steigern, elf Prozent mussten Rückgänge hinnehmen, 65 Prozent berichten von stagnierenden Umsätzen.

Laut Umfrage gab es nur wenig Veränderungen, was die Bedeutung des E-Commerce in den einzelnen Branchen angeht. So gehören auch in diesem Jahr vor allem die Anbieter von Büchern, elektronischen Erzeugnissen und Spielwaren zu den Gewinnern im Onlinehandel. Dagegen verzeichnen Lebensmittelhandel, Möbelhandel und Haushaltswarenanbieter deutlich geringere Zuwachsraten. Laut HDE hat sich die Wachstumsdynamik im Online-Shopping in diesem Jahr zwar unter dem Strich abgeschwächt. Über alle Branchen gesehen zeige sich aber nach wie vor ein stabiler Aufwärtstrend, so der Verband. Eine Mehrheit von 39 Prozent der Unternehmen hat laut Umfrage positive Umsatzerwartungen für das laufende 2. Halbjahr.

Große Hoffnungen verbindet der Verband insbesondere mit dem Weihnachtsgeschäft. Der HDE schätzt, dass in diesem Jahr mindestens zehn Prozent des Jahresumsatzes im Online-Handel, also über 800 Millionen Euro, online in Form von Geschenken geordert werden. Die Monate November und Dezember würden demnach mit 25 Prozent zum gesamten Jahresumsatz beitragen.

Auch für die Zukunft rechnet der Verband mit satten Zuwachssraten: Für das Jahr 2003 erwartet der HDE Web-Umsätze in Höhe von elf Milliarden Euro - das wäre immerhin ein Jahres-Plus in Höhe von 38 Prozent. Der Anteil des E-Commerce am gesamten Einzelhandelsumsatz würde damit auf circa 2,1 Prozent steigen. Dennoch gibt es auch Wehrmutstropfen: Denn aller Umsatzsteigerungen zum Trotz verdient nur eine Minderheit der Einzelhändler im Internet Geld: Wie aus der Umfrage hervorgeht, erwirtschaften nur ein Viertel der Händler mit ihren Online-Verkaufs-Aktivitäten eine Rendite. Auch die Onlinewerbung hat sich bei den Einzelhändlern offenbar noch nicht auf breiter Basis durchgesetzt. In diesem Jahr waren nur 30 Prozent der Unternehmen werblich im Internet aktiv, im vergangenen Jahr waren es noch 31 Prozent.
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