Durchbruch: Agma soll Reichweitenteil der Internet Facts verantworten

Donnerstag, 08. November 2007
Legt AGOF-Mitgliedern nahe, auch der AG.MA beizutreten: Agof-Chef René Lamsfuss
Legt AGOF-Mitgliedern nahe, auch der AG.MA beizutreten: Agof-Chef René Lamsfuss

Der Reichweiten-Teil der von der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof) durchgeführten Studie Internet Facts soll nun doch unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AG.MA) erstellt werden. Vergangenes Jahr war es zum Eklat gekommen, als die Agof angekündigt hatte, die Internet Facts in eigener Regie fortführen zu wollen (Horizont 21/2006). Nach Monaten emsiger Diskussion hinter verschlossenen Türen ist das öffentliche Redeverbot der Beteiligten jetzt aufgehoben - wenigstens zum Teil. AG.MA-Vorstandsvorsitzender Hans Georg Stolz: "Wir haben gemeinsam und sehr konstruktiv an dem Stufenplan gearbeitet." Der sieht vor, dass unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft in der AG Online geklärt wird, wie die Erhebungsmethode der Reichweitenstudie aussehen müsste, damit sie den AG.MA-Stempel verdient. Für die Beantwortung dieser alles entscheidenden Frage wollen sich die Beteiligten ein Jahr Zeit lassen. Im Anschluss soll die MA Online, wie sie dann heißen wird, in Auftrag gegeben werden. "Sie könnte dann idealerweise im Frühjahr 2009 erscheinen", hofft Stolz.

"Wenn die in der Agof vertretenen Unternehmen auch Mitglieder der AG.MA sind, können sie in der AG Online an der Zukunft der Reichweitenstudie mitwirken", sagt René Lamsfuß, Vorstandsvorsitzender der Agof. Gemäß dem Stufenplan sollen die 17 Mitglieder der Agof auch der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse beitreten. Über die konkreten Inhalte des Stufenplans schweigt man sich aus. "Die Mitgliederversammlung der AG.MA muss dem Plan und den damit einhergehenden Satzungsänderungen Ende November noch zustimmen. Das ist Voraussetzung für den nächsten Schritt. Vorher sollten die Details nicht bekannt gegeben werden", verteidigt Wolfgang Dittrich, Vorstand AG.MA-Online, das Vorgehen. "Eine wichtige Neuerung ist, dass die Online-Agenturen jetzt in der AG.MA und ihren Gremien sitzen", weiß Uli Kramer, Geschäftsführer der Hamburger Agentur Pilot 1/0. Ihre Vertreter, zu denen auch Kramer gehört, werden vom im Frühjahr gegründeten Fachforum Online-Media-Agenturen entsandt.

Dass die Web-Reichweitenerhebung unter der Ägide der AG.MA durchgeführt wird, sichert nicht nur den Onlinern das begehrte Gütesiegel. Es bedeutet vor allem eine deutliche Stärkung der Interessen von Werbungtreibenden und Agenturen. Den in der AG.MA kann keine Entscheidung gegen deren Willen durchgesetzt werden. Von den Lobesarien, die derzeit von allen Seiten auf den Stufenplan ertönen, sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Die Nagelprobe steht nämlich noch bevor, wenn die AG Online mit der Methodenprüfung beginnt. Denn sollte der schlimmste Fall eintreten und keine Einigung über die methodischen Grundlagen der MA Online erzielt werden, könnten Agof und AG.MA eigene Wege gehen. Auch das ist laut Brancheninsidern Inhalt des Stufenplans. Stolz ist aber zuversichtlich: "Es geht nicht darum, völlig neue Methoden auf den Tisch zu bringen, uns geht es um Kontinuität."

Matthias Ehrlich, Vorstand United Internet Media: "Die Integration des Reichweitenteils der Internet Facts in die Agma ist ein weiterer enscheidender Schritt für die Akzeptanz der Gattung Online. Schließlich muss sich auch Online unter dem Dach präsentieren, unter welchem die wichtigsten Media-Währungen versammelt sind - und das ist in der Agma. Das hilft selbstredend auch der Gattung. Was die Agma wiederum leisten muss, ist die Vergleichbarkeit der Gattungen, Stichwort: Intermedia-Datei." ra
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