Dubiose Geldspritzen: Warum MDR-Unterhaltungschef Foht gehen muss

Freitag, 29. Juli 2011
Udo Foht sieht sich mit schweren Anschuldigungen konfrontiert
Udo Foht sieht sich mit schweren Anschuldigungen konfrontiert

Vor zwei Tagen entließ der MDR unerwartet seinen Unterhaltungschef Udo Foht. Nun wurden erste Details über die Affäre öffentlich: Laut einem Bericht der "Welt" soll sich Foht durch berufliche Vorgänge privat bereichert haben. Kronzeuge für diese Anschuldigung ist nach Informationen der Tageszeitung der Leipziger Unternehmer Christian Schulzki. Der Chef der Produktionsfirma Ariane Film sei von Foht aufgefordert worden, sein MDR-Honorar einer finanziell klammen Fernsehfirma eines Foht-Vertrauten zu überweisen. Der Sender hatte von den Vorgängen offensichtlich bereits im Mai Kenntnis bekommen und Foht um eine Stellungnahme gebeten. Diese liegt der "Welt" vor und offenbart Einblicke in das Geschäftsgebaren eines Managers, der offenbar im Umgang mit Geld so seine Probleme hatte. 

Burda-Vorstand Philipp Welte hat Foht Geld geliehen
Burda-Vorstand Philipp Welte hat Foht Geld geliehen
Allem Anschein nach sollte Schulzkis Geld über Umwege bei Foht landen, um ausstehende Forderungen Dritter zu begleichen. Was sich wie ein - wenn auch ungewöhnlicher - Freundschaftdienst ausnimmt, hat offenbar eine längere Vorgeschichte, in der auch Burda-Vorstand Philipp Welte eine Rolle spielt. Dieser habe vor einiger Zeit Foht eine fünfstellige Summe geliehen, das Geld sei anschließend auf das Konto eines Vertrauten des MDR-Unterhaltungschefs gewandert. Foht deklarierte in seiner Stellungnahme gegenüber seinem Arbeitgeber die Finanzspritze als Kostenvorschuss für eine aufwändige Fernsehproduktion. Welte gegenüber hatte Foht scheinbar andere Angaben gemacht. Die "Welt" zitiert Welte hierzu mit folgenden Worten: "Ich habe einem langjährigen Freund ausschließlich privat geholfen". In der Tat kennen sich die beiden aus ihrer gemeinsamen Zeit beim MDR.

Kompliziert wurde die Geschichte für Foht, als Welte sein Geld zurückgefordert habe. Der MDR-Manager hatte die kolportierten 33.000 Euro nicht parat und wollte sie sich leihen - hier kommt Christian Schulzki ins Spiel. Dessen Honorar sollte auf dem Umweg über einen Foht-Vertrauten auf dem Konto des MDR-Unterhaltungschefs landen und von dort bei Welte.

Foht erklärt die dubiose Geschäftspraxis laut "Welt" mit Nachlässigkeit: "Dass ich mich nicht intensiv darum gekümmert habe, ist meine Schuld." Mittlerweile liegt die Angelegenheit auf dem Tisch der Staatsanwaltschaft. ire
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