DuMont schließt Verkauf der "Frankfurter Rundschau" nicht aus

Mittwoch, 20. Juni 2012
"Nicht mehr viel Luft zum Sparen": MDS-Vorstand Franz Sommerfeld
"Nicht mehr viel Luft zum Sparen": MDS-Vorstand Franz Sommerfeld


Die "Frankfurter Rundschau" kommt nicht zur Ruhe. Anders als geplant wird die Tageszeitung auch 2013 noch rote Zahlen schreiben. Das sagte Franz Sommerfeld, Vorstand des Mehrheitsgesellschafters M. DuMont Schauberg (MDS) gegenüber der "Financial Times Deutschland". Auch einen Verkauf schließt der Manager nicht mehr aus. Ein unerwartet starker Rückgang bei den Stellenanzeigen führe dazu, "dass wir im kommenden Jahr keine schwarzen Zahlen erreichen werden", räumt Sommerfeld ein. Ursprünglich hatte DuMont für 2013 schwarze Zahlen bei der "FR" angepeilt.

Auch ein Verkauf der seit Jahren defizitären Tageszeitung ist kein Tabu mehr. Noch bestehe kein Anlass für einen Verkauf. "Wenn wir einen hochinterssanten Käufer finden, der uns viel Geld dafür zahlen würde, würdeen wir das natürlich prüfen", relativiert Sommerfeld. 

Dass sich für das linksliberale Traditionsblatt ein Käufer findet, erscheint indes eher unwahrscheinlich. DuMont Schauberg hat in den vergangenen Jahren nichts unversucht gelassen, um die Zeitung wieder in die Gewinnzone zu führen: Von der Umstellung auf das schlanke Tabloidformat über schmerzhafte Einschnitte in der Redaktion bis hin zu einer weitreichenden Kooperation mit der "Berliner Zeitung" - die Einsparpotenziale bei der "FR" sind nahezu ausgeschöpft. "Wir schaffen gerade Möglichkeiten, neue Umsätze zu erzielen. Denn zum Sparen ist nicht mehr viel Luft", räumt Sommerfeld ein. Woher der zusätzliche Umsatz kommen soll, ließ er aber offen.

Gegenüber der "FTD" widersprach der MDS-Vorstand zudem Berichten, die Trennung von Chefredakteur Uwe Vorkötter habe mit einem Zerwürfnis mit Verleger Alfred Neven DuMont zu tun. Der ehemalige Chefredakteur von "Frankfurter Rundschau" und "Berliner Zeitung" arbeite für den Verlag an der Entwicklung neuer digitaler Angebote: "In Zukunft wird er sogar noch häufiger in unserer Kölner Zentrale sein als zuvor." dh
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