DuMont ergreift juristische Mittel gegen Springer-Berichte über Familienzwist

Montag, 22. November 2010
Franz Sommerfeld (Foto) wendet sich in einem Brief an Mathias Döpfner
Franz Sommerfeld (Foto) wendet sich in einem Brief an Mathias Döpfner

Die Nerven liegen blank in Köln: Der Streit zwischen Verlegersohn Konstantin Neven DuMont und seinem Vater Alfred erreicht eine neue Dimension. Nun entwickelt sich der Generationen-Konflikt zu einem Disput zwischen dem Kölner Verlagshaus M. DuMont Schauberg (MDS) und dem Konkurrenten Axel Springer. Der Grund: MDS wertet die Berichterstattung der Kölner "Bild"-Ausgabe als eine Kampagne gegen den eigenen Boulevardtitel "Express". "Hier wird nicht nur eine interne Angelegenheit, über die unsere Zeitungen informiert haben, maßlos aufgebauscht. Es werden auch falsche und damit geschäftsschädigende Behauptungen aufgestellt", sagt Christian DuMont Schütte, Herausgeber des "Express", in der Wochenendausgabe des Titels.

Gegen eine Formulierung in dem Springer-Titel "Welt" hat MDS nun auch juristische Schritte eingeleitet. Den Stein des Anstoßes liefert die Forumlierung der "Welt", die Auseinandersetzung "könnte in der gegenwärtigen Situation für das Verlagshaus zu einer ernsten Krise führen, für deren Bewältigung das Geld fehlt". Angesichts dieser Formulierung stellt MDS die Frage, "ob in dieser Kampagne sogar wirtschaftliche Interessen des Springer-Verlages eine Rolle spielen könnten".

DuMont-Vorstand Franz Sommerfeld hat sich bereits in einem persönlichen Brief an den Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner gerichtet. Darin wirft er der "Bild" vor, die Tageszeitung bade sich in den Schwierigkeiten einer Familie, die sich um die deutsche Zeitungslandschaft verdient gemacht hat. Die Regeln menschlichen Anstands und journalistischer Wahrhaftigkeit würden in den Springer-Blättern zurzeit täglich verletzt.

Zudem bereitet MDS eine Beschwerde beim Deutschen Presserat vor. Ob diese Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass sich Konstantin Neven DuMont im Streit mit seinem Vater immer wieder aktiv an die Presse - darunter auch "Bild" - gewandt hat und dadurch selbst zumindest teilweise die Berichterstattung provoziert hat. bn
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