DuMont bestätigt Gründung der Zentralredaktion

Montag, 01. Februar 2010
Konstantin Neven DuMont baut bei Abo-Titeln massiv Stellen ab
Konstantin Neven DuMont baut bei Abo-Titeln massiv Stellen ab

Jetzt ist es offiziell: Das Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg (MDS) wird unter dem Namen DuMont Redaktionsgemeinschaft eine Reporterfirma gründen. Die neue Gesellschaft soll den Abo-Titeln "Berliner Zeitung", "Frankfurter Rundschau", "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Mitteldeutsche Zeitung" Beiträge zu den Themen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft liefern. Der Sitz des Redaktionspools ist in Berlin. Die Wirtschaftsberichterstattung wird ihren Standort in Frankfurt haben. Wie HORIZONT.NET bereits berichtet hat, wird die bisherige stellvertretende Chefredakteurin der "Berliner Zeitung", Brigitte Fehrle, 55, das Team leiten. Den Posten des Stellvertreters übernimmt Robert von Heusinger, 42, bisher Leiter der Wirtschaftsredaktion der "Frankfurter Rundschau". Kontrolliert und koordiniert wird die Arbeit der neuen Gesellschaft von der Chefredakteurskonferenz der vier Titel, an deren Spitze als Sprecher Uwe Vorkötter steht. Der 56-Jährige ist Chefredakteur der "Berliner Zeitung" und bereits seit einigen Monaten für die redaktionelle Zusammenarbeit zwischen Berlin und Frankfurt verantwortlich.

Entgegen der bisherigen Spekulationen soll es mit der Gründung des Redaktionspools nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen. Die Ressorts Wirtschaft und Politik sollen bei den einzelnen Abo-Titeln wie bisher bestehen bleiben. Die Redaktionsgemeinschaft, die rund 25 Mitarbeiter umfassen wird, übernimmt also nicht komplett die Berichterstattung, sondern soll sich parallel in erster Linie um aufwendige Beiträge und investigative Recherchen kümmern. Die Stellen sind ab sofort ausgeschrieben. Neben den Redakteuren der DuMont-Titel können sich auch Externe bewerben. Bei gleicher Eignung sollen aber die eigenen Mitarbeiter bevorzugt werden. Anfang April wird das Team seine Arbeit aufnehmen.

Darüber hinaus betont eine Unternehmenssprecherin, dass die Reporterfirma nicht gegen das Redaktionsstatut der "Berliner Zeitung" verstößt, da der Titel seine Vollredaktion behalte. MDS-Strategievorstand Konstantin Neven DuMont: "Wir bündeln unsere Kompetenzen und sichern hohe journalistische Qualität in Zeiten der Wirtschafts- und Branchenkrise, um mit dieser Maßnahme nicht zuletzt den investigativen Anteil zu erhöhen."

Auch wenn es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird, so ist doch auch das erklärte Ziel, zu sparen. So sollen Termine in Zukunft nicht mehr doppelt und dreifach besetzt werden. Zudem wird im Einzelfall geprüft, ob die Stellen in den Redaktionen der Abotitel nachbesetzt werden, wenn Redakteure in die neue Redaktionsgemeinschaft wechseln. bn
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