DuMont Schauberg: "Alles kommt auf den Prüfstand"

Montag, 20. Juli 2009
"Alles kommt auf den Prüfstand": Konstantin Neven DuMont
"Alles kommt auf den Prüfstand": Konstantin Neven DuMont

Der Zeitungsverlag M. DuMont Schauberg forciert nach der Übernahme der "Berliner Zeitung" die Integration seiner neuen Beteiligungen. "Es kommt alles auf den Prüfstand", kündigt Konstantin Neven DuMont im Interview mit der "Financial Times Deutschland" an. Dabei ist auch ein Stellenabbau kein Tabu: "Wir gehen davon aus, dass da Anpassungen kommen werden", so DuMont. Derzeit beraten zwölf Arbeitsgruppen über die Integration der im März übernommenen "Berliner Zeitung" in den Verlag. Entscheidungen gebe es allerdings noch nicht. Zuletzt war über eine mögliche Bündelung der Vermarktung spekuliert worden.

Einer gemeinsamen Mantelredaktion wie bei der Essener WAZ-Gruppe erteilt DuMont eine klare Absage. "Wir reden über Metropolenzeitungen an verschiedenen Standorten". Die einzelnen Zeitungen sollen aber stärker miteinander vernetzt werden und Inhalte austauschen. Derzeit wird das Korrespondentennetz vereinheitlicht, ein gemeinsamer Reporterpool ist geplant. 

Für die Zukunft rechnet DuMont dennoch mit sinkenden Renditen. Zwar werde der Anzeigenmarkt wieder anziehen, sobald die Konjunktur wieder Fahrt aufnimmt, das alte Niveau sei aber nicht mehr erreichbar. "Die Branche wird sich daran gewöhnen müssen, mit kleineren Margen zufrieden zu sein. Aber was ist denn so schlimm daran?", so der Verleger. "Wir waren in der Vergangenheit so verwöhnt, dass man jetzt schon aufschreit, wenn die Renditen nur einstellig sind." dh
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