Du Mont-Schauberg und Springer wollen Schipstedt noch am Start stoppen

Freitag, 10. Dezember 1999

Wenn der norwegische Medienkonzern Schipsted kommende Woche die kostenlose Tageszeitung "20 Minuten Köln" startet, wird der Axel-Springer-Verlag umgehend darauf mit einem eigenen Objekt reagieren, erklärte Claus Larass, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Verlagshauses: "Wir wollen uns den Markt der regionalen Tageszeitung nicht kaputtmachen lassen." Der Präventiv-Titel wird voraussichtlich "Köln Extra" heißen und mit 150.000 Exemplaren an den Start gehen. Auch Du Mont-Schauberg plant ab nächste Woche als erste Reaktion eine abgespeckte Version des Kölner "Express" auf den Markt zu bringen. Des Kölner Verlagshaus arbeitet allerdings parallel an einer dauerhaften Lösung und hat sich den Namen "Kölner Morgen" für eine eigene Gratis-Tageszeitung schützen lassen. Beide Verlage äußern auch Zweifel, ob mit der Zulassung des Schipstedt-Titels alles mit rechten Dingen zugegangen ist. So soll Oberstadt-Direktor Klaus Heugel versucht haben, Kölner Journalisten für "20 Minuten Köln" abzuwerben. Die Genehmigung für die Aufstellung der stummen Verkäufer sei Heugels Parteifreund Fritz Gautier an seinem letzten Arbeitstag unterzeichnet worden. Beide Politiker mussten wegen Insidergeschäften von ihren Ämtern zurücktreten.
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