Druck auf Grossisten steigt/ Verleger fordern Einsparungen in Höhe von 30 Prozent

Mittwoch, 30. September 2009
Der Verhandlungsspielraum für die Pressegroßhändler könnte bei einer Konzentration weiter schrumpfen
Der Verhandlungsspielraum für die Pressegroßhändler könnte bei einer Konzentration weiter schrumpfen

Die Fusionspläne von Burda Medien Vertrieb, WAZ-Mediengruppe und Moderner Zeitschriften Vertrieb, an dem die WAZ mehrheitlich beteiligt ist, könnten für Ärger bei Grossisten sorgen. Der Verhandlungsspielraum für die Pressegroßhändler könnte bei einer Konzentration auf Verlagsseite weiter schrumpfen. Den heute 73 Grosso-Betrieben, die sich teils gerade zusammenschließen, stünden dann nur noch vier mächtige Gegenspieler (Axel Springer Vertriebs GmbH, Burda-WAZ-MZV, Bauer Vertriebs KG, Deutscher Presse Vertrieb/G+J) auf Verlagsseite gegenüber. Und die ziehen schon jetzt die Schrauben enger: Auf einer Vorstandssitzung im Vorfeld der Grosso-Tagung Ende August haben führende Verlagsmanager dem Grosso-Verband konkrete Forderungen gestellt: Weitere 30 Prozent der heutigen Kosten müssen reduziert und die Einsparungen an die Verlage weitergereicht werden. Dass dieses Ziel durch Nachverhandlungen bei den Handelsspannen erreicht werden soll, scheint eher unwahrscheinlich, da die Verträge im Frühjahr für bis zu fünf Jahre geschlossen worden sind. Wahrscheinlicher sind daher weitere Fusionen.

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Der Grossoverband, der fordert, dass seine Mitglieder das Fusionstempo selbst bestimmten, bezieht in einem Schreiben an die Verlage, das HORIZONT.NET vorliegt, Stellung zu den Forderungen: „Wir halten an der von uns bereits geäußerten Auffassung fest, dass die potenziellen Effizienzsteigerungen vom Grosso selbst benötigt werden, um die langfristige Existenz und Investitionsfähigkeit der Betriebe zu sichern."

Ein weiterer zu klärender Punkt im Falle einer Burda-WAZ-MZV-Allianz dürfte sein, wie das Geschäft mit kleinen und mittleren externen Kunden in einem fusionierten Großvertrieb geregelt wird. Kleinere Dienstleister gehen davon aus, von einer „Elefantenhochzeit" zu profitieren: „Diese Kunden werden zu einem alternativen, verlagsunabhängigen Vertrieb wechseln", sagt Dieter Wirtz, Geschäftsführer des Nationalvertriebs IPS gegenüber HORIZONT.NET. se
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