Drosselpläne: Wie auf Netzpolitik.org die Telekom-Werbung veralbert wird

Donnerstag, 25. April 2013
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Mit ihrer Ankündigung, die Datenübertragung künftig auch im Festnetz ab einem bestimmten Volumen drosseln zu wollen, hat sich die Telekom viele Feinde gemacht. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, nicht auf der Höhe der Zeit zu agieren und die Netzneutralität zu gefährden. Gleichzeitig wird der Bonner Telekommunikationskonzern im Internet zur Zielscheibe von Hohn und Spott. Bei Netzpolitik.org ist nun eine satirische Ausprägung dieser Kritik zu finden: Sie orientiert sich an der Imagewerbung der Telekom. Auf Netzpolitik.org, das sich mit Diskursen und Fragestellungen rund um Digital-Themen beschäftigt, sind zwei Youtube-Videos eingebunden, die die Drosselpläne der Telekom auf satirische Art und Weise anschaulich machen sollen. Beiden Videos ist eines gemein: Am linken unteren Rand ist eine Zähluhr zu sehen, die offenbar das mit der fortlaufenden Dauer des Spots schwindende Datenvolumen anzeigt. Sobald die Uhr auf 0,00 MB steht, verlangsamt sich der Spot sowie die Musik bzw. Erzählerstimme.

Der Clip mit dem Titel "Die Telekom erklärt die Drosselpläne" bedient sich großzügig an dem Corporate-Spot, mit dem die Telekom im vergangenen Jahr eine umfassende Image-Offensive einleitete. Das Commercial wird jetzt zum Bumerang: Die Satirevideos seien "als Protestnote gegen die aktuellen Pläne der Deutschen Telekom dem Digitale Gesellschaft e.V. zugespielt" worden und man habe sie gerne veröffentlicht, erklärt Markus Beckedahl, Gründer von Netzpolitik.org, auf Anfrage. Einen ähnlichen Ansatz verfolgten bereits die Macher des Blogs "Metronaut", die eine im Corporate Design der Telekom gehaltene Sammlung an Satire-Motiven zur Datendrosslung veröffentlichten.

Beckedahl hatte die Drosselpläne der Telekom bereits kurz nach deren Bekanntwerden scharf kritisiert: Durch die neuen Tarife werden die Telekom-Services wie Entertain oder Sprachtelefonie bevorzugt, andere Anbieter haben nur durch Kooperationen mit der Telekom die Chance, wieder auf die Datenschnellspur zu gelangen. Dies verletze laut Beckedahl die Netzneutralität und schaffe vielmehr ein "2-Klassen-Netz". ire

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