Dow Jones ist für Murdoch zum Greifen nah

Mittwoch, 18. Juli 2007
Medienmogul Murdoch muss noch auf die Entscheidung von Familie Bancroft warten
Medienmogul Murdoch muss noch auf die Entscheidung von Familie Bancroft warten

Medienmogul Rupert Murdoch ist der Übernahme des Wirtschaftsverlags Dow Jones einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Nach wochenlangen Verhandlungen hat der Verwaltungsrat von Dow Jones heute Nacht den Aktionären und der Eigentümerfamilie Bancroft empfohlen, das Angebot von Murdochs Konzern News Corp in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar anzunehmen. Dies entspricht einem Preis von 60 Dollar je Aktie - 67 Prozent über dem letzten Börsenkurs vor Bekanntwerden der Offerte. Die endgültige Entscheidung über den Verkauf liegt nun bei der Familie Bancroft, die 64 Prozent der Stimmanteile hält. Am kommenden Montag werden die Familienmitglieder in Boston zusammenkommen, um über den Deal abzustimmen. Wie ihr Votum ausfallen wird, ist nicht sicher. Von Anfang an regte sich in ihren Reihen Protest gegen die Avancen von Murdoch, da sie um die publizistische Unabhängigkeit der Dow-Jones-Titel fürchten, zu denen das renommierte "Wall Street Journal", das Anlegermagazin "Barron's" und zahlreiche Lokalzeitungen gehören.

Obwohl sich beide Seiten auf ein Kontrollgremium geeinigt haben, das die Unabhängigkeit der wichtigsten Publikationen des Verlags sichern soll, haben sich einige Familienmitglieder in den vergangenen Wochen noch immer gegen den Verkauf gestemmt. Bei einer endgültigen Ablehnung des Angebots droht laut Börsenexperten jedoch ein rapider Kursabfall der Dow-Jones-Aktie. bn

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