Doubleclick löst deutsche Niederlassung auf

Freitag, 21. Dezember 2001

Doubleclick hat den Großteil seiner deutschen Mitarbeiter freigestellt und wird das deutsche Office voraussichtlich schließen. Derzeit kümmert sich noch eine dreiköpfige Notbesetzung in Hamburg und Frankfurt um das Mediageschäft des Unternehmens, das Wettbewerber Adlink kaufen will. Der Bereich Doubleclick Techsolutions, mit dem Doubleclick weltweit rund 50 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet, sei nicht von den Maßnahmen betroffen, heißt es.

Die Entscheidung, Doubleclick Deutschland nach dem Verkauf des europäischen Mediageschäfts an Adlink zu schließen, sei bereits im September gefallen, berichtet ein Insider. Gewusst hätten die deutschen Mitarbeiter davon nichts. Guten Stil soll das amerikanische Hauptquartier bei der Abwicklung des Ganzen nicht bewiesen haben: So sei ein amerikanisches Team angereist und habe die Mitarbeiter unangekündigt von ihrer Freistellung informiert. Wie es endgültig mit Doubleclick weitergeht, wird wohl erst nach der Aktionärsversammlung von Adlink am 28. Dezember feststehen: Dort werden die Aktionäre des Montabauer Web-Vermarkters über den Übernahmedeal entscheiden.

Der Name Doubleclick wird nach dem Vollzug der geplanten Zusammenführung wohl verschwinden. Ungewiss ist die Zukunft von Markus Willnauer, derzeit noch Geschäftsführer von Doubleclick Deutschland. Willnauer befindet sich derzeit im Urlaub und soll Anfang Januar wieder an seinem Arbeitsplatz in Hamburg antreten. Gerüchten zufolge soll aber auch für ihn bald Schluss bei Doubleclick sein.
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