Döpfner sieht Osteuropa-Joint-Venture als Vermarktungsplattform

Mittwoch, 24. März 2010
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Das gemeinsame Joint-Venture von Axel Springer und Ringier in Osteuropa soll auch eine Vermarktungsplattform für große Anzeigenkunden werden. "Es entsteht eine gesamteuropäische Vermarktungsplattform von höchster Attraktivität", sagte Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Springer, auf der heutigen Pressekonferenz. Die beiden bisherigen Konkurrenten werden ihre Auslandsaktivitäten in Osteuropa bündeln und haben dazu eine neue Gesellschaft gegründet, an der beide Unternehmen zu je 50 Prozent beteiligt sind.

Gemeinsam wollen die Partner mit dem Joint Venture, das noch keinen Namen hat, bis 2013 die Digitalisierung in Osteuropa vorantreiben, um sich hier gegen reine Online-Konkurrenten wie Google zu wappnen. Dazu sind auch Akquisitionen von Rubriken-, Content- und Vermarktungsplattformen geplant, darunter fallen zum Beispiel transaktionsbasierte Internetmodelle, Jobportale oder Online-Vermarktungs-Unternehmen wie Zanox, an dem Axel Springer und die Schweizer Publigroup beteiligt sind. Ringier hat ungefähr 200 solcher „Targets" identifiziert, die für eine Akquisition in Frage kämen - allerdings stünden diese derzeit großteils nicht zum Verkauf, so Christian Unger, Vorstandsvorsitzender von Ringier.

„Das ist ein Wachstums-Joint-Venture", betont Döpfner. Mittelfristig sollen damit auch Arbeitsplätze geschaffen werden. Synergien dagegen hätten keine Priorität. Unger ergänzt, dass es sich um eine langfristig angelegte Partnerschaft handelt: „Wir wollen das erfolgreichste und größte Medienunternehmen in Osteuropa aufbauen." Portfoliobereinigungen gäbe es durch die Zusammenlegung nicht, da sich die Titelportfolios in den jeweiligen Ländern ergänzten.

Beide Unternehmen investieren im ersten Schritt einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Im zweiten Schritt, in drei bis fünf Jahren, ist der Gang an die Börse geplant. Perspektivisch ist auch eine Ausdehnung in andere Länder möglich. „Es ist durchaus denkbar, dass noch andere osteuropäische Länder hinzukommen. Ukraine und Rumänien sind interessante Märkte.", so Döpfner. se
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