Döpfner plädiert erneut für ein Leistungsschutzrecht

Dienstag, 14. September 2010
Fordert Rechtsgrundlage für Verlage: Mathias Döpfner
Fordert Rechtsgrundlage für Verlage: Mathias Döpfner

"Das Leistungsschutzrecht verteidigt die Freiheit erst wirksam", lässt Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, heute in seinem Gastbeitrag bei NZZ Online verlauten. Döpfners Stellungsnahme bezieht sich auf die Äußerung der "Neuen Zürcher Zeitung", das geplante Leistungsschutzrecht sei ein "freiheitsfeindlicher Eingriff". Döpfner macht deutlich, dass die bisherige Arbeitsteilung auf Dauer nicht funktionieren wird. Auf der einen Seite versuchen Medienmacher mit hohem finanziellem Aufwand exklusive Qualitätsinhalte zu schaffen und auf der anderen Seite bedienen sich Nutzer der Inhalte kostenlos oder vermarkten sie. Eine Mentalität nach dem Motto "Jeder nimmt sich, was er will" sei jedoch keine Grundlage für eine digitale Zukunft.

Auch User Generated Content ist für ihn keine Lösung. "Neben viel Klugem und Wichtigem ist da auch ganz viel Ressentiment und Fehlinformation zu haben", erklärt Döpfner. Wenn immer mehr Informationen verfügbar sind, werde die Qualität der Inhalt immer wichtiger. Doch diese Qualität sei nur lieferbar, wenn die Urheber auch eine ökonomische Unabhängigkeit bewahren können. "Profis, die eine Kunst oder ein Handwerk besser beherrschen als Laien, müssen von ihrer Kunst leben können", betont der 47-Jährige.

Die "NZZ" hatte vor einiger Zeit einen Beitrag des Schaffhauser Verlegers Norbert Neininger, der auch Präsidiumsmitglied des Verbands Schweizer Presse ist, publiziert. Darin trat Neininger für die Einführung eines Leistungsschutzrechtes ein. Später distanzierte sich die "NZZ" in einem eigenen Artikel von dem Gastbeitrag und bezeichnete das Leistungsschutzrecht als einen Eingriff in die Freiheit. In dem Artikel vom 31. August 2010 wurde auch Axel Springer erwähnt. hor
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