Dmexco-Keynote von Paul-Bernhard Kallen: "Die spannendste aller spannenden Branchen"

Mittwoch, 12. September 2012
Paul-Bernhard Kallen hielt die Keynote auf der Dmexco 2012
Paul-Bernhard Kallen hielt die Keynote auf der Dmexco 2012


Medien sind auch im digitalen Zeitalter erfolgreich, wenn sie die Technologien beherrschen, die richtigen Inhalte bereitstellen und wissen, was ihre Kunden wollen: In seiner Keynote entwickelt Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen ein durchaus optimistische Szenario für die "spannendste aller spannenden Branchen". 99,9 Prozent aller Einladungen für eine Keynote sagt Kallen nach eigener Aussage ab. Dmexco-Macher Christian Muche hat es geschafft, den öffentlichkeitsscheuen Burda-Chef zu einer Eröffnungsrede zu überzeugen: Beweis für die Überredungskünste der umtriebigen Dmexco-Macher wie für die Bedeutung der inzwischen weltweit größten Digitalmarketing-Messe.

Kallen ist überzeugt: Erfolgreiche Medien beherrschen immer auch die Technologie auf der ihr Geschäft basiert. Auch aus diesem Grund sind technologische Innovationen Treiber möglichen Wachstums - für Medienhäuser, aber auch andere Industriezweige. Das Internet werde in zahlreichen Industriezweigen für Wachstumsschübe sorgen - beispielsweise in der Automobilindustrie.  Gleichwohl: Die Geschwindigkeit der Entwicklung stellt Medien und Internet-Unternehmen gleichermaßen vor große Herausforderungen: "Selbst bei einem Shootingstar wie Facebook ist nicht ausgemacht, dass das Unternehmen die richtige Strategie für den Mobilebereich findet." Auch einen Seitenhieb auf Google spart Kallen nicht aus: "Auf unseren Plattformen wie Holidaycheck kontrollieren wir die Qualität der Eintragungen, etwas, was manche Medienunternehmen wie Google erst noch lernen müssen." Die Anspielung ist klar: Dass Google bei Suchergebnissen mit zweierlei Maß misst, ist seit der Auseinandersetzung zwischen Suchmaschinen-Gigant und Buchautorin Bettina Wulff auch Nicht-Spezialisten geläufig.

Google wie Facebook gehören zusammen mit Amazon und Apple zu den Big Four des Internetbusiness. Und auch zu Amazon hat Kallen eine klare Meinung: "Jeff Bezos sagt immer, Amazon sei ein Technikunternehmen. Aber eigentlich ist Amazon ein Medienunternehmen. Es ist der größte Buchhändler, entwickelt eigene Produkte und steigt in großem Maße in die Werbevermarktung ein. Amazon, Facebook, Google - nur Apple spart der Burda-Chef in seiner Keynote aus. Vielleicht lag es daran, dass er erst einmal abwarten will, welches iPhone Apple heute der Internet-Community präsentieren wird. vs
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