Diversifikation und Paid Content: Suche nach dem Königsweg für Print

Donnerstag, 25. Oktober 2012
Thema beim Print-Podium: Eine Zukunftsstrategie für Printmarken
Thema beim Print-Podium: Eine Zukunftsstrategie für Printmarken


Was hat guter Wein mit den Zukunftsaussichten von Printmarken zu tun? Eine ganze Menge: Der "Zeit"-Verlag macht mit dem Vertrieb von exklusivem Rebensaft seit einigen Jahren gute Geschäfte. Für das Podium bei der Diskussionsrunde "Zukunftsperspektiven für Printmarken" auf den Münchner Medientagen zeigt dieses Beispiel exemplarisch, dass Printhäuser sich in Zukunft breiter aufstellen müssen. Ohne dabei die Herausforderungen im Kerngeschäft - Stichworte Digitalisierung, Paid Content und Allianzen - aus den Augen zu verlieren.
Einen führenden Verlag, der sich wirklich all diese Punkte auf die Fahnen schreibt, sucht man derzeit noch vergeblich. Denn die Suche nach dem Königsweg gestaltet sich als schwierig: Wie soll man Diversifikation und Paid Content gewichten? Beispiel Burda: Philipp Welte, für Verlage, Vermarktung und Vertrieb zuständige Vorstand bei Burda, verweist darauf, dass das Haus in neue Erlösmöglichkeiten wie E-Commerce und transaktionsbasierte Geschäftsfelder investiert. Ganz nach dem Motto: "You are fast, or you are food."

Auf die Frage, ob Paid-Content-Modelle einen wesentlichen Beitrag zur Bilanz leisten können, wiegt Welte den Kopf: "Ich bin da skeptisch. Traditionelle Erlösmodelle ins Netz zu übertragen ist sehr schwierig." Bei Axel Springer sieht man das bekannterweise anders. Der Medienkonzern hat kürzlich nicht nur die Einführung einer Bezahlschranke bei "Welt Online" angekündigt, vor allem bei Bild.de erwartet die User künftig ein kostenpflichtiges Angebot, nämlich Highlight-Clips der Fußball-Bundesliga. "In fünf Jahren werden wir zurückblicken und sagen: das kostenlose Internet war eine geniale Probe-Abo-Aktion der Verlage", sagt Springers "Bild"-Vorstand Andreas Wiele. WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus sekundiert: "Regionalverlage werden nicht umhin kommen, ihre Inhalte im Netz zu verkaufen."

Eine skeptische Stimme kommt hingegen aus der Schweiz: Ringier-Chef Marc Walder verweist auf Studien, nach denen jeder Print-Leser um ein Vielfaches besser monetarisiert werden könne als ein Online-User. Für ihn lautet das Stichwort Diversifikation, denn: "Was wir in Print verlieren, holen wir online nicht herein." ire
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