Direkter Blick in die ZDF-Mediathek: „TV Spielfilm“ startet Smart-TV-App

Montag, 09. Juli 2012
Die TV Spielfilm Smart TV App wurde von Cellular entwickelt
Die TV Spielfilm Smart TV App wurde von Cellular entwickelt

Alles direkt auf dem Schirm: Nach Axel Springer („TV Digital"/Watchmi) und Bauer („TV Movie") startet nun auch Burda/Milchstraße für sein Programmie-Flaggschiff „TV Spielfilm" einen digitalen TV-Programmführer für internetfähige Fernsehgeräte, also für das so genannte Smart TV oder auch Hybrid-TV. Branchenexperten erwarten, dass bis Ende dieses Jahres 22 Prozent aller deutschen Haushalte entsprechende Geräte nutzen. Die Smart-TV-App von „TV Spielfilm" ergänzt dessen digitales Portfolio aus Smartphone- und Tablet-Anwendungen und wurde entwickelt und wird betrieben von der Hamburger Digitalagentur Cellular. Der User kann die für ihn kostenlose App über seine klassische Fernbedienung steuern. Neben den üblichen Listings, Programmbewertungen, TV-Tipps, Vorschauvideos und Bildergalerien werden die aktuell verfügbaren Sendungen der ZDF-Mediathek in die App integriert; das ARD-Angebot soll bald folgen. Und mit der RTL-Gruppe sei man im Gespräch, sagt „TV Spielfilm"-Chefredakteur Lutz Carstens.

Bei den Mediatheken geht es allerdings bekanntlich nur um On-Demand-Formate. Aktuell gesendetes Programm (lineares Fernsehen) dagegen wird, ebenso wie bei den digitalen Programmführern der übrigen Verlage, nicht in die App eingespielt - obwohl das technisch möglich wäre. Hintergrund ist die schwelende Grundsatzdiskussion darüber, wessen Portale über den Content verfügen dürfen: die der Programmie-Verlage (erinnert sei hier an den Streit in Sachen VG Media, bei dem es sogar nur um Begleitmaterial ging), die der Sender, der Kabelnetzbetreiber oder der Fernsehtechnik-Hersteller. Und dann wollen wohl auch noch Apple und Google bei dem Geschäft mitmischen. On-Demand-Inhalte und lineares Programm seien „kontextuell verknüpft, wodurch sich die Nutzer weiterführende Inhalte erschließen und die Inhalte-Anbieter ihre Reichweite erhöhen können", locken die Betreiber.

Man wolle „journalistische Qualität medienneutral anbieten und sowohl gedruckt als auch auf allen digitalen Geräten der bevorzugte Programm-Navigator" sein, sagt Andreas Mayer, der Geschäftsführer der Burda News Group. Es gehe um die Gesamtreichweite der Marke „TV Spielfilm", ergänzt Chefredakteur Carstens. Wie viele Downloads seiner Smart-TV-App er erwartet, das mag er indes nicht sagen. Auch deshalb, weil dies nicht nur von der Nachfrage der User abhängt, sondern zunächst von der Bereitschaft der Sender, Kabelnetzbetreiber oder Fernsehtechnik-Hersteller, die App in ihren Portalen und Shops zu integrieren.

Die Vermarktung der App übernimmt Tomorrow Focus. Zu buchen - zunächst nur im Paket mit anderen (digitalen) Werbeangeboten von „TV Spielfilm" - sind Formate etwa im Kontext der Programmtabelle, im Rahmen der Tagestipps, als bildschirmgroße Promotion auf dem Startbildschirm der App sowie Sonderwerbeformen, auch als Video. rp
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