Digitalkanäle: ZDF zeigt sich gesprächsbereit

Donnerstag, 18. April 2013
Thomas Bellut steht für Gespräche mit der ARD bereit
Thomas Bellut steht für Gespräche mit der ARD bereit
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Am Montag hatte das ZDF den Vorstoß der ARD zu drei gemeinsamen Digitalkanälen noch recht barsch zurückgewiesen, nun zeigen sich die Mainzer zumindest gesprächbereit. Man habe den Vorschlag des ARD-Vorsitzenden Lutz Marmor als "Impuls" zur Kenntnis genommen. In der Sache bleibt das ZDF aber hart. Das ZDF will auch in Zukunft an seinen digitalen Sendern ZDF Neo und ZDF Info festhalten. Das stellte der Sender am Mittwoch in einer Pressemittelung klar. Allerdings nehme man zur Kenntnis, dass Marmor seinen Vorschlag als "Impuls" bezeichnet habe, ZDF-Intendant Thomas Bellut stehe für Gespräche zur Verfügung. Auch dem Vorschlag eines gemeinsamen Jugendkanals stehe man "grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber". Voraussetzung für weitere gemeinsame Sender ist nach Auffassung des ZDF aber eine klare Beauftragung durch die Bundesländer und eine ausreichende Finanz- und Personalausstattung.

Zugleich hat das ZDF aber erneut eine "einfachere Aufgabenverteilung" vorgeschlagen: So könnten die Mainzer mit seinen digitalen Kanälen ZDF Neo und ZDF Info junge Erwachsene ansprechen, während die ARD einen eigenen Sender für Jugendliche anbieten könne. Die ARD verfüge durch ihre jungen Radiosender bereits über entsprechende Strukturen und Kompetenzen, die beim ZDF so nicht vorhanden seien. Mit anderen Worten: Das ZDF will sich nicht von seinen Vorzeigeprojekten ZDF Neo und ZDF Info trennen.

Die ARD hatte am Montag vorgeschlagen, die bislang sechs digitalen Kanäle der Öffentlich-Rechtlichen durch drei gemeinsame Sender für klar definierte Zielgruppen zu ersetzen. Das ZDF hatte zunächst kühl abgewunken: Es sei zwar "nachvollziehbar, dass sich die ARD am Erfolg der ZDF-Digitalkanäle ZDF Neo und ZDF Info beteiligen möchte", man sehe in einem solchen Modell aber keine Sparpotentiale, sondern lediglich kompliziertere Strukturen. dh
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